HISTORIE HISTORY
Die Historie der Rallye Solitude
1953 - 1960
Fünfzig Jahre nach der ersten Motorsportveranstaltung unter dem Namen "Solitude" wurde auch eine Automobil-Rallye ins Leben gerufen, die der Solitude-Historie, die hauptsächlich durch Rennfahrzeuge geprägt war, auch eine Komponente der Touren- und Sportwagen hinzufügte. Die Rallye Solitude begann 1953 als regionale sportliche Prüfungsfahrt und entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer der renommiertesten Rallyes in Europa. Als ">> Rallye Lyon-Charbonnières-Stuttgart-Solitude" hatte sie Kult-Status, bekam das Prädikat "Deutschland-Rallye" und zählte zur Europameisterschaft. Ihr wesentliches Merkmal waren die Sonderprüfungen auf dem Solitudering.
1. Rallye Solitude
11./12. April 1953
ADAC-Prüfungsfahrt "Rund um Schloss Solitude"
Nach einer Idee des Rennfahrers und Journalisten Richard von Frankenberg richtete im Jahre 1953 der Motorsport-Club Stuttgart im Auftrag des ADAC, Gau Württemberg, eine erste Prüfungsfahrt für Touren- und Sportwagen unter dem Namen 'Rund um Schloss Solitude' aus. Obwohl es mit nur 200 km Anfahrt und einer Brems- und Beschleunigungs- prüfung auf der Autobahn eine regionale Veranstaltung war, die den Ansprüchen internationaler Rallyes kaum genügte, fanden sich doch eine Reihe von interessanten Teilnehmern ein, darunter der Stuttgarter Rennfahrer Erwin Bauer, der Werkseinsätze für Porsche fuhr und sich gerade anschickte, eine Formel 1 - Karriere auf Veritas zu beginnen. Bauer siegte bei den Tourenwagen bis 1500 ccm auf einem Fiat, während Ford-Spezialist Alfred Burkhardt einen 12M in der kleineren Klasse zum Sieg führte.
Bei den kleinsten Tourenwagen gewann Wolfgang Gutbrod auf der Eigenkonstruktion Gutbrod Superior 700 mit Einspritzmotor. Blickfang war jedoch der Ferrari 212 des Hammerauer Industriellen Kurt Zeller, der das 12-Zylinder-Coupé souverän zum Klassensieg fuhr. Eine Gesamtwertung spielte damals noch eine untergeordnete Rolle. Zeller war übrigens der Bruder des Motorrad-Grand-Prix-Fahrers Walter Zeller, mit dem er im gleichen Jahr das erste 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring bestritt. Der Ferrari war einer der ersten, die nach Deutschland importiert wurden, und einer von nur 16 gebauten Pininfarina- Coupés. Diese erste Veranstaltung am Schloss Solitude fand eine derart große Resonanz, dass sogleich eine Fortsetzung im nächsten Jahr geplant wurde.
Mercedes-Benz 220
Porsche 356-1100
Ergebnisse Rallye Solitude 1953
P Nr Fahrer / Beifahrer Wohnort Fahrzeug
Klasse 1 Tourenwagen bis 750 ccm
1 Wolfgang Gutbrod Gutbrod Superior 700
Klasse 2 Tourenwagen bis 1200 ccm
1 Alfred Burkhard Ford 12M
Klasse 3 Tourenwagen bis 1500 ccm
1 Erwin Bauer Fiat 1400
Klasse 4 Tourenwagen bis 2000 ccm
1 Hans Vischer Fiat 1900
Klasse 5 Tourenwagen über 2000 ccm
1 Max Egon Becker Mercedes 220
Klasse 6 Tourenwagen Dieselfahrzeuge
1 Gottlob Kraiss Mercedes-Benz 180 D
Klasse 8 Sportwagen bis 1100 ccm
1 Wulf Wisnewski Porsche 356-1100
Klasse 9 Sportwagen bis 1500 ccm
1 Viktor Spengler Porsche 356-1500
Klasse 10 Sportwagen über 1500 ccm
1 Kurt Zeller Ferrari 212 Inter
2. Rallye Solitude
24./25. April 1954
Leistungsprüfung zur Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft 1954
Startorte: Michelstadt, Horb, Reutlingen, Vaihingen/Enz, Calw, Rastatt, Freiburg, Tettnang, Neuburg, Stuttgart
Bergprüfung Hepsisau-Ochsenwang 4,2 km
Bergprüfung Oppenau-Zuflucht 8 km
Zufahrt nach Stuttgart mit vorgeschriebenem Fahrdurchschnitt
Beschleunigungs- und Bremsprüfung Stresemannstraße Stuttgart
Schlußprüfung Flugplatz Malmsheim (Rundkurs, 3 Runden) nach vorgeschriebener Sollzeit
173 Teilnehmer
1954 hieß die Prüfungsfahrt erstmals 'Rallye Solitude'. Sie wurde am 24. und 25. April mit dem Anspruch durchgeführt, "im Rahmen einer Langstreckenfahrt und einiger Sonderprüfungen Fahrer, Beifahrer und Fahrzeuge auf internationale Wettbewerbe vorzubereiten." Um dies zu unterstreichen, zählte sie zur Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft. Mit den Bergprüfungen Hepsisau-Ochsenwang (8 km) und Oppenau-Zuflucht (4,2 km) hatte diese erste "richtige" Rallye Solitude schon zwei anspruchsvolle Sonderprüfungen zu bieten. Ferner gab es wieder eine für Zuschauer attraktive Beschleunigungs- und Bremsprüfung im Stuttgarter Stadtgebiet sowie einen Slalom-Rundkurs auf dem Flugplatz Malmsheim. Die Zwischenetappen waren mit vorgeschriebenem Fahrdurchschnitt zu absolvieren. Das Nennergebnis war überaus erfreulich und so befand sich bereits bei der Erstausgabe der nun auch so genannten 'Rallye Solitude' die Elite des Deutschen Tourenwagensports am Start.
Porsche war nach dem Erfolg bei der Carrera Panamericana 1953 zum begehrten Untersatz in der Sportwagenszene geworden und daher hatten gleich 16 Modelle des Typs 356 in der Klasse bis 1300 ccm und 15 in der Klasse bis 1600 ccm genannt. Obwohl es damals bei Rallyes weniger auf die Motorleistung ankam - die schnellen Rallyes kamen erst Anfang der sechziger Jahre in Mode -, setzten viele bekannte Fahrer dennoch auf das Coupé aus Zuffenhausen, darunter die internationalen Sportwagenfahrer Ludwig Blendl, Sepp Greger und Dieter Lissmann aus München sowie Josef Jeser aus Tübingen. Einen der ersten Carrera mit 1,5-Liter-Motor fuhr Rainer Günzler aus Stuttgart, der später als Moderator des ZDF-Sportstudios bekannt wurde. Und er tat dies immerhin so gut, dass ein Klassensieg dabei heraussprang, was damals transparenter war, als der Gesamtsieg, weil dieser durch ein undurchsichtiges Wertungsziffernsystem ermittelt wurde. Auch die neben der Klassen- und der Gesamtwertung erstmals ausgeschriebene Markenwertung ging an Porsche.
Bestanden die Klassen für Grand Tourisme und Seriensportwagen überwiegend aus Porsche-Fahrzeugen, so dominierte in der Tourenwagenklasse bis 1000 ccm ausschließlich die Marke DKW, die seit 1953 mit ihren F91-Modellen werksseitig den Rallyesport betrieb. Bekannte Fahrer waren Ruprecht Hopfen, der spätere Rallye-Europameister, Wolfgang Levy aus Berlin, der 1959 sensationell die Rallye Acropolis gewann, und Sven von Schroeter aus Frankfurt. Auch Albrecht-Wolf Mantzel war in der DKW-Szene als Motorenspezialist kein Unbekannter mehr. Ein junger Sproß aus der gleichnamigen Unternehmerfamilie, Eberhard Mahle, stahl aber allen die Schau und holte sich mit seinem Privat-DKW bei seiner ersten Rallye den Klassensieg. Bei den 1,3-Liter-Tourenwagen siegte ein französischer Simca 9 Aronde vor mehreren Import-Fiat 1100 'Turismo Veloce'. Die Klasse bis 1,6 Liter Hubraum dominierte der Opel Olympia Rekord. Der Stuttgarter BMW-Händler Carl Baumeister machte in der Tourenwagenklasse bis 2000 ccm Reklame in eigener Sache und steuerte seinen Typ 501, 'Barockengel' genannt, zum Klassensieg. Schon sein Vater war 30 Jahre zuvor ein bekannter Rennfahrer bei den Solitude-Rennen gewesen. Er setzte sich damit durch gegen drei Borgward Hansa, einen Fiat 1900, gesteuert von Rennfahrer Erwin Bauer, einen Lancia Aurelia sowie gegen mehrere Mercedes 190. In der großen Tourenwagenklasse starteten zwei Opel Kapitän, ein Jaguar Mark VII und mehrere Mercedes 220, darunter einer gesteuert vom späteren Rallye-Europameister Walter Schock. Klassensieger wurde aber Mercedes-Pilot Edmund Graf aus Schwäbisch Gmünd. Die Dieselklasse, normalerweise eine Domäne der Mercedes 180D, ging diesmal an den Fiat 1400 Diesel von Hans-Horst Hölder, der auch als Gesamtsieger ermittelt wurde. Zweiter in der Gesamtwertung wurde ein Goliath GP 700 mit Benzin-Einspritzung, der auch die kleinste Hubraumklasse für sich entschied. In der Klasse bis 750 ccm siegte der kleine Renault 4 CV mit Heckmotor. Die Volkswagen waren 1954 in die Klasse für Spezial-Tourenwagen bis 1300 ccm verbannt und siegten dort unangefochten.
Ergebnisse Rallye Solitude 1954
P Nr Fahrer / Beifahrer Wohnort Fahrzeug
Kategorie 1: Klasse IIa: Normale Serien-Tourenwagen bis 750 ccm mit Einspritzmotor
1 305 Krauthahn, Alfred / Gomoll, Alfred Berlin Goliath GP 700
2 304 Gruel, Paul Ludwigsburg Goliath GP 700
3 301 Weber, Helmut / Bertold, Ernst Stuttgart Gutbrod Superior 700
Kategorie 1: Klasse IIb: Normale Serien-Tourenwagen bis 750 ccm mit Vergasermotor
1 283 Schweier, Albert / Kauffmann, W. Fellbach Renault 4CV
2 282 Berberich, Rolf / Stober, Inge Karlsruhe DKW F89
Kategorie 1: Klasse III: Normale Serien-Tourenwagen bis 1000 ccm
1 256 Mahle, Eberhard / Klenk, Fritz Stuttgart DKW F91 3=6
2 270 Vogt, Hermann Stuttgart DKW F91 3=6
3 253 Ahrens, Günther / Ahrens, Horst Karlsruhe DKW F91 3=6
Kategorie 1: Klasse VIII: Normale Serien-Tourenwagen - Dieselfahrzeuge ohne Hubraumbegrenzung
1 104 Hölder, Hans Horst / Hölder, Hermann Waiblingen Fiat 1400 Diesel
2 107 Berner, Volko / Berner, Udo Grünberg Mercedes 180D
3 105 Veigel, Waltraud / Uebele, Fritz Künzelsau Mercedes 180D
Kategorie 3: Klasse IX: Spezial-Serien-Tourenwagen bis 1300 ccm
1 90 Eckardt, Joachim / Schlegel, Alfred Hohbühl VW 1200
2 88 Kienle, Hans / Wütherich, Rolf Nussdorf VW 1200
3 87 Baumeister, Walter / Eisele Lahr VW 1200
Kategorie 2+4: Klasse XII: Serienwagen "Grand Tourisme" und Seriensportwagen bis 1100 ccm
1 63 Anderl, Hans / Singerl, Rudolf Stuttgart Porsche 356-1100
2 61 Knöppel, Wolfgang / Knöppel, Irmg. Hagen Porsche 356-1100
3 64 Strenger, Erich / Gläser, Erich Stuttgart Porsche 356-1100
Kategorie 2+4: Klasse XII: Serienwagen "Grand Tourisme" und Seriensportwagen bis 1300 ccm
1 44 Seyffert, Werner / Schmidt, Fritz Reichenbach Porsche 356-1300
2 55 Edelbüttel, Eitel-Fritz / Steg, Wilhelm Hamburg Porsche 356-1300
3 51 Rolff, Friedrich-Viktor / Gickler, Karl Köln-Weiden Porsche 356-1300
Kategorie 2+4: Klasse XIII: Serienwagen "Grand Tourisme" und Seriensportwagen bis 1600 ccm
1 32 Günzler, Rainer Stuttgart Porsche 356 Carrera2
2 19 Häderle, Walter / Heilemann, Paul Göppingen Porsche 356-1500
3 33 Lappe, Hans / Perthel, Jochen Bensberg Porsche 356
Gesamtwertung
1 104 Hölder, Hanns-Horst / Hölder, Herm. Waiblingen Fiat 1900 D
2 305 Krauthahn, Alfred / Gomoll, Alfred Berlin Goliath GP 700
3 207 Trautwein, Karl / Hellriegel, Claus Offenburg Simca Aronde
4 187 Rosenthal, Hans / Borggräfe, Gerd Soest Opel Olympia
5 155 Baumeister, Carl / Dolderer, Fritz Stuttgart BMW 501
6 256 Mahle, Eberhard / Klenk, Fritz Stuttgart DKW DKW F91 3=6
3. Rallye Solitude
15.-17. April 1955
Internationale Rallye mit FIA-Prädikat
Startorte: Hannover, Ostende, Lyon, Brescia, Graz, Stuttgart
Langstreckenfahrt mit ca. 2000 km bei begrenzter Durchschnittsgeschwindigkeit
Bergprüfung Freiburg-Schauinsland 12 km
Autoslalom auf dem Flugfeld Malmsheim ca. 3 km (3 Runden)
Schlußprüfung auf dem Solitude-Ring (5 Runden=57 km)
Zweifellos schielte man bei der Konzeption der Solitude-Rallye 1955 auf die Rallye Monte Carlo mit weit entfernt liegenden Startorten und einer langen Anfahrtstrecke. In diesem Jahr durfte von Hannover, Ostende, Lyon, Brescia, Graz und Stuttgart angefahren werden, was zweifellos eine Anzahl von Teilnehmern aus dem Ausland anlockte. Mit der Bergprüfung Freiburg-Schauinsland wurde die traditionelle Bergrennstrecke Deutschlands mit ins Programm aufgenommen, was sicherlich eine qualitative Verbesserung bedeutete. Der Höhepunkt war aber wohl die Schlußprüfung auf der legendären Solitude-Rennstrecke. Dort fünf Runden zu fahren, war für viele Teilnehmer der Leckerbissen schlechthin. Vorziel war am Schloss Solitude, dem Namensgeber dieser Rallye. Zugelassen waren Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren ohne Aufladung und ausschließlich Piloten mit internationaler Fahrerlizenz.
Die Witterungsbedingungen waren, anders als im Vorjahr, in den Höhenlagen extrem winterlich, so dass haufenweise Ausfälle zu beklagen waren. Der Mindestdurchschnitt war für alle Klassen auf 55 km/h festgelegt - für vereiste Bergpassagen eine zu hohe Hürde. Am Sonntag zur Schlußprüfung auf dem Solitude-Ring herrschte indes trockenes Wetter. Um die Prüfung noch spektakulärer zu machen, mussten sich die Fahrer beim Start auf der anderen Strassenseite aufstellen und auf Kommando zu ihren gegenüber stehenden Fahrzeugen laufen. Nach diesem sogenannten Le Mans - Start mussten zwei Runden mit einem Mindestdurchschnitt von 69 km/h gefahren werden. Teilnehmer, die dies unterschritten, waren zu den folgenden drei Wertungsrunden nicht mehr zugelassen. Gesamtsieger wurde der Belgier Georges Harris auf Alfa Romeo 1900, der immerhin den mit dem 'Goldenen Ehrenbuch' der Rallye Solitude verbundenen Geldpreis von DM 2.500 mit nach Hause nehmen durfte. Für einen Klassensieg gab es DM 1.000. Den 'Solitude-Pokal' erhielt der Fahrer jeder Klasse, der auf der Solitude-Rennstrecke die beste Zeit erreichte.
1955 Regrouping am Schloss Solitude
1956 Flugplatz Malmsheim: Eberhard Mahle / Fritz Klenk - DKW F93
Ergebnisse Rallye Solitude 1955 (keine Daten)
P Nr Fahrer / Beifahrer Wohnort Fahrzeug
Gesamtwertung
1 Harris, Georges / Hacquin, Georges Belgien Alfa Romeo 1900
4. Rallye Solitude
21.-22. April 1956
Internationale Rallye mit FIA-Prädikat und Nationale Rallye
Langstreckenfahrt bei begrenzter Durchschnittsgeschwindigkeit
Sonderprüfung Rundkurs Hockenheim 4 Runden
Bergprüfung Schauinsland
Schlußprüfung 3,5 km - Slalom auf dem Flugfeld Malmsheim
Nachdem im Vorjahr ein Ausländer auf einem ausländischen Fabrikat gewonnen hatte, stellte der Veranstalter durch Änderung der Ausschreibung sicher, dass es in jedem Fall auch einen deutschen Sieger geben würde. Für die Rallye im April 1956 stand die Solitude-Rennstrecke wegen der umfangreichen Umbauarbeiten für den Grossen Preis von Deutschland noch nicht zur Verfügung. Deshalb wurde für die Geschwindigkeitsprüfung auf den Hockenheimring ausgewichen. Zuvor gab es als einzige Bergprüfung die Schauinsland-Strecke. Dort dominierte auf Anhieb der im Jahr 1956 zu großer Form auflaufende Max Nathan aus Mainz auf Porsche 356 Carrera. Mit seinem Beifahrer Heinz Schellhaas markierte er die Bestzeit vor Markenkollege Edmund Graf. Auch am Hockenheimring, auf dem vier Runden zu absolvieren waren, fuhr Nathan mit 3:03,7 Minuten die absolute Bestzeit. Da seine Gesamtdifferenz zwischen den einzelnen Runden bei lediglich 1,4 Sekunden lag, gewann er auch die Gleichmäßigkeitswertung. Zweiter wurde Josef Jeser aus Tübingen, ebenfalls auf Porsche Carrera. Die Schlußprüfung auf dem Flugfeld in Malmsheim bestand aus einer 3,5 km langen Slalomstrecke. Schnellster war dort Edmund Graf in 4:29,0 Minuten. Durch das Umwerfen von vier Büchsen erhöhte sich seine Zeit um 4 Sekunden, was aber ausreichte um Max Nathan mit einer Gesamtzeit von 4:33,4 knapp auf Distanz zu halten. Der Gesamtsieg in der Internationalen Wertung war Nathan aber nicht mehr zu nehmen. Nathan/Schellhaas siegten vor Graf/Wahl und Regius/Springer auf Ford 15 M. Max Nathan holte sich dann im Juli auch noch den Sieg im Solitude-Sportwagenrennen.
Für die Nationale Wertung konnte die Rallye Solitude 1956 einen Knüller präsentieren. Kein Geringerer als der dreimalige Motorradweltmeister Werner Haas aus Augsburg stellte sich in einem Mercedes 220 dem Wettbewerb.
Die Teilnehmer der Nationalen Wertung hatten nur die zwei Sonderprüfungen Schauinsland und Malmsheim zu absolvieren. Wie zu erwarten, ergab sich am Ende ein Gleichstand in den Punkten von allen Klassensiegern beider Prüfungen. Die Ausschreibung sah für diesen Fall vor, dass im Gesamtklassement derjenige den Gesamtsieg erringt, in dessen Klasse die meisten Starter ins Ziel kamen. Werner Haas hatte nur noch neun Konkurrenten seiner Klasse im Ziel und landete, trotz Maximalpunktzahl, auf Platz fünf. Gesamtsieger wurde der Ferndorfer Eisenrohrfabrikant Dr. Lothar Bender auf VW 1200 vor Eberhard Mahle auf DKW. In der großen GT-Klasse waren erstmals die bulligen Mercedes 300 SL auf der Solitude zu sehen. Es siegte Joachim Hermanni aus Bad Godesberg vor Heinz Schiller auf einem Ferrari 250 GT des Münchner Händlers Willi König. Dritter wurde ein weiterer 300 SL mit Peter Merck, einem Sproß aus der Darmstädter Pharmazeuten-Familie. Heinz Schiller startete übrigens dann sechs Jahre später im Solitude- Formel 1 Rennen auf einem Porsche. Sein Ferrari war ein Coupé mit langem Radstand und 4,9-Liter V12-Motor. Ein solches Fahrzeug gewann 1957 die Rallye Akropolis. Bei den Serientourenwagen bis 1600 ccm siegte ein Peugeot 203 vor einem Ford 15 M, gefahren von Günther Isenbügel, dem Motorsportreporter des Norddeutschen Rundfunks in Hamburg. Eberhard Mahle gewann erneut die DKW-Klasse, diesmal auf dem neuen F93 3=6-Typ, vor den badischen Markenkollegen Kurt Geiss aus Pforzheim und Peter Ruby aus Freiburg. Bei den kleinsten Tourenwagen siegten wieder die Renault 4CV, ein Lloyd LP 400 aus dem Hause Borgward wurde Dritter. Die VW 1200 Export dominierten die Klasse bis 1300 ccm, ebenso wie die Mercedes 180 bei den Dieselfahrzeugen. Trotz sieben aufgebauter Geheimkontrollen gab es nur sehr wenig Strafpunkte auf den Zwischenetappen. Die vorgeschriebene Fahrzeit wurde mit minutiöser Pünktlichkeit eingehalten.
Ergebnisse Rallye Solitude 1956
P Nr Fahrer / Beifahrer Wohnort Fahrzeug
Klasse Normale Serien-Tourenwagen bis 750 ccm
1 310 Weller, Walter / Zschietzschmann, G. Giessen Renault 4CV
2 301 Grüner, Claus / Mareschek, Willi Giessen Renault 4CV
3 303 Seuffert, Claus / Brandt, Arpad Frankfurt Lloyd LP 400
Klasse Normale Serien-Tourenwagen bis 1300 ccm
1 214 Bender, Lothar / Heider, Charlotte Ferndorf VW 1200
2 157 Gierach, Hans / Gottstein, Max Tiengen Fiat 1100
3 206 Kunz, Hermann / Hoffmann, Werner Münche VW 1200
Klasse Normale Serien-Tourenwagen bis 1600 ccm
1 133 Steffen, Rigo / Görgen, Karl-Heinz Saarbrücken Peugeot 203
2 149 Isenbügel, Günther / Fischer, Heinr. Hamburg Ford 15M
3 148 Pross, Hermann / Pross, Herbert Malmsheim Opel Rekord
Klasse Normale Serien-Tourenwagen über 2000 ccm
1 124 Haas, Werner / Kaiser, Ernst Augsburg Mercedes-Benz 220
2 131 Schlaich, Robert / Schramm, Karl Stuttgart Mercedes-Benz 220
3 132 Baumeister, Carl / Dolderer, Fritz Stuttgart BMW 501
Klasse Grand Tourisme- Serienwagen bis 1300 ccm, Spezial-Tourenwagen bis 1600 ccm
1 114 Hamm, Herbert / Kurz, Heinz Stuttgart Porsche 356-1300
2 101 Bös, Horst / Lebek, Ewald Bad Kreuznach Porsche 356-1300
3 123 Kraus, Rudolf / Schumann, Heinz Beuel VW 1300
Klasse Grand Tourisme- Serienwagen bis 1600 ccm
1 111 Appel, Rolf / Schlott, Wolfgang Kassel Porsche 356-1500
2 109 Kraus, Werner / Hüser, Ullrich Plettenberg Porsche 356-1500
3 112 Millward, Charles / Petzold, Hans Heidelberg Porsche 356-1500
Klasse Grand Tourisme- Serienwagen über 1600 ccm, Seriensportwagen über 1300 ccm
1 103 Hermanni, Joachim & Gertrud Bad Godesberg Mercedes-Benz 300 SL
2 106 Schiller, Heinz / Wokurka, Hans München Ferrari 250 GT
3 105 Merck, Peter / Habicht, Ulf Darmstadt Mercedes-Benz 300 SL
4 104 Nuthall, A.J. / Barnes, W.P. Wiesbaden Jaguar XK 140
Gesamtwertung National
1 214 Bender, Lothar / Heider, Charlotte Ferndorf VW 1200
2 247 Mahle, Eberhard / Klenk, Fritz Stuttgart DKW F93 3=6
3 133 Steffen, Rigo / Görgen, Karl-Heinz Saarbrücken Peugeot 203
4 114 Hamm, Herbert / Kurz, Heinz Stuttgart Porsche 356-1300
5 124 Haas, Werner / Kaiser, Ernst Augsburg Mercedes-Benz 220
Gesamtwertung International
1 Nathan, Max / Schellhaas, Heinz Mainz Porsche 356 Carrera2
2 Graf, Edmund / Wahl, Oscar Schwäbisch Gmünd Porsche 356 Carrera2
3 Springer, Joachim / von Regius, Erwin Köln Ford 15 M
4 Gosselin, Gustave / Butjens, Emile Belgien Mercedes-Benz 180D
Markenwertung
1 Daimler-Benz AG Stuttgart
2 Dr.Ing.h.c.F.Porsche KG Stuttgart
3 Auto Union GmbH Düsseldorf
4 Volkswagen-Werk GmbH Wolfsburg
5 Ford-Werke Köln
6 Adam Opel AG Rüsselsheim
7 Eisenacher Motoren-Werke Eisenach
5. Rallye Solitude
12.-14. April 1957
Nationale Rallye mit ONS-Prädikat
Eberhard Mahle hatte in den vorangegangenen Solitude-Rallyes immer eine gute Figur gemacht. 1956 konnte er auch die Sportliche Prüfungsfahrt, die alljährlich im Oktober als eintägige Veranstaltung auf dem Solitude-Ring stattfand, als Gesamtsieger auf DKW beenden. Zur Rallye startete er 1957 auf dem Alfa Romeo Giulietta Sprint Coupé mit Doppelnockenwellen-Motor. Der Sprung vom Zweitakter mit etwa 45 PS zum Viertakter mit der doppelten Leistung bekam dem talentierten Stuttgarter außerordentlich gut. Mit diesem Auto sollte er in dem Jahr Deutscher GT-Meister werden. Aber bei der Rallye Solitude hatte er zunächst in der Klasse der verbesserten GT-Wagen bis 1300 ccm gegen drei weitere Alfas und zwei Porsche 356 anzutreten, und, mit Blick auf die Gesamtwertung, gegen eine ganze Meute von hubraumstärkeren Porsches der höheren Klasse.
Zur Wertung standen 1957 wieder zwei Bergprüfungen, eine Beschleunigungs- Bremsprüfung und ein Slalom auf dem Programm. Seine Klasse hatte Mahle fest im Griff. Nur der Porsche 1600 des versierten Sportwagenfahrers Ernst Vogel konnte dem 1300 ccm-Alfa einigermaßen Paroli bieten. Mahle fuhr Bestzeiten in beiden Bergprüfungen und in der BBP. Beim Slalom knipste ihm Vogel lediglich eine Sekunde ab. Das reichte zum Gesamtsieg. Zweiter wurde Roland Ott auf Mercedes 200, da sich Vogel sogar noch einige Strafsekunden zusätzlich einfing. Vorjahressieger Lothar Bender aus Ferndorf war jetzt auf Porsche gewechselt und wurde in Mahles Klasse Zweiter. Bei den Spezial-Tourenwagen sah man erstmals einige der neuen Fiat Abarth.
Carl Baumeister aus Stuttgart gewann Gold in der Klasse bis 1300 ccm. In der großen Tourenwagenklasse gab es wieder einen Schlagabtausch zwischen Mercedes, BMW und Opel Kapitän. Erwin Bauer, der seine Formel 1 - Ambitionen inzwischen aufgeben musste, siegte auf einem 2,6-Liter-BMW 502 vor Josef Jeser auf Mercedes 220. In der Klasse bis 2000 ccm sah man einen interessanten Dreikampf zwischen Alfa Romeo 1900 TI, Mercedes 190 und Citroën ID19. Es siegte der Mercedes unter Roland Ott vor dem Alfa, gefahren von Sepp Liebl, und dem Citroën. In dieser Klasse startete übrigens mit Herzog Ludwig auch ein Sproß aus dem Württembergischen Königshaus. Die aufstrebende Marke Borgward konnte erstmals einen Klassensieg erringen mit Horst Bös auf der Isabella TS. Markenkollege Richard Weiss vom gleichnamigen Stuttgarter Autohaus machte den Doppelsieg in der 1600 ccm - Klasse komplett. Bei den Serientourenwagen bis 1300 ccm siegte ein Simca Aronde, nach seinen Weltrekorden jetzt nach der Rennbahn 'Montlhéry' genannt, vor einer Alfa Giulietta und einem VW 1200. In der DKW-Klasse bis 1000 ccm tauchten erstmals AWE-Zweitakter aus Eisenach auf. Mit 10 Fahrzeugen war eine ganze Streitmacht aus der damaligen Ostzone angereist, allerdings ohne die DKWs von der Spitze zu verdrängen. Erstmals gab es eine Klasse bis 500 ccm, in der nur Goggomobile vertreten waren. Es siegte Manfred Hönig aus München. Die Dieselklasse holte sich Rudi Golderer auf Mercedes. Den Mannschaftsschild in Gold gewann der Motorsportclub Stuttgart mit den Fahrern Eberhard Mahle, Erwin Bauer und Hanns Horst Hölder.
1957 Wertungsprüfung Solitudering - Schattenkurve mit Alfa Romeo Giulietta Sprint und Porsche Carrera
Ergebnisse Rallye Solitude 1957
P Nr Fahrer / Beifahrer Wohnort Fahrzeug
Klasse Normale Serien-Tourenwagen bis 500 ccm
1 179 Hönig, Manfred / Stope, Helmuth München Goggomobil
2 176 Rentschler, Helmut & Siegrun Schorndorf Goggomobil
3 178 Sigl, Hans / Mayer, Erwin Regensburg Goggomobil
Klasse Normale Serien-Tourenwagen bis 1000 ccm
1 153 Lichtenberg, R. / Leoni DKW F93
2 128 Woodson, Ely / Schimmel, Bernhard Mannheim DKW F93
3 123 Vogt, Hermann / Halbgewachs, Otto Stuttgart DKW F93
Klasse Normale Serien-Tourenwagen bis 1300 ccm
1 83 Schäfer, Eugen / Weber, Helmut Stuttgart Simca Montlhéry
2 81 Behrens, Hans / Erdtel, Hans Osterode Alfa Romeo Giulietta
3 93 Wehler, Hans / Drees, Günter Wiesbaden VW 1200
4 84 Levy, Wolfgang / Kar, Horst Berlin Fiat 1100
Klasse Normale Serien-Tourenwagen bis 1600 ccm
1 60 Bös, Horst / Lebek, Ewald Bad Kreuznach Borgward Isabella
2 63 Weiss, Richard / Fröhlich, Kurt Stuttgart Borgward Isabella
3 69 Kühnle, Karl / Knoll, Rolf Stuttgart Ford 15M
Klasse Normale Serien-Tourenwagen bis 2000 ccm
1 57 Ott, Roland / Maile, Wolfgang Neustadt Mercedes-Benz 190
2 51 Liebl, Sepp / Liebl, Isabella München Alfa Romeo 1900 TI
3 53 Steffen, Rigo / Jörgen, Karl-Heinz Saarbrücken Citroën ID 19
a Herzog Ludwig von Württemberg Altshausen Mercedes-Benz 190
Klasse Normale Serien-Tourenwagen über 2000 ccm
1 42 Bauer, Erwin / Trinkner, Manfred Stuttgart BMW 502
2 44 Jeser, Joseph / Jeser, Waltraud Tübingen Mercedes-Benz 220 S
3 41 Graf von Westerholt / Ahner, Eberh. Westerholt BMW 502
Klasse Normale Serien-Tourenwagen Dieselfahrzeuge ohne Hubraumlimit
1 155 Golderer, Rudi / Golderer, Marianne Göppingen Mercedes-Benz 180 D
2 159 Kögel, Helmut / Stähle, Albrecht Winnenden Mercedes-Benz 180 D
3 156 Hölder, Hans-Horst/Müller, Hermann Waiblingen Mercedes-Benz 180 D
Klasse Verbesserte Serien-Tourenwagen und Spezial-Tourenwagen bis 1300 ccm
1 31 Baumeister, Carl / Dolderer, Fritz Stuttgart Fiat-Abarth 1100
2 33 Berberich, Rolf / Stober, Inge Karlsruhe DKW F93
3 32 Schlaich, Robert / Schramm, Karl Stuttgart Fiat-Abarth 1100
Klasse Normale und verbesserte Serien-Grand Tourisme-Wagen bis 1300 ccm
1 26 Mahle, Eberhard / Klenk, Fritz Stuttgart Alfa Romeo Giulietta Sprint Veloce
2 29 Bender, Lothar / Heider, Charlotte Ferndorf Porsche 356-1300
3 21 Felder, Helmut / Eifer, Gerd Dahlhausen Alfa Romeo Giulietta Sprint Veloce
Klasse Normale und verbesserte Serien-Grand Tourisme-Wagen bis 2000 ccm
1 14 Vogel, Ernst / Hesseldiek, Jochen Bielefeld Porsche 356B Carrera2
2 10 Häderle, Walter / Weinert, Franz Göppingen Porsche 356B Carrera2
3 9 Müller, Gerold / Traub, Karl Uhingen Porsche 356
6. Rallye Solitude
19.-20. April 1958
Internationale Rallye mit FIA-Prädikat und Nationale Rallye
Nach der Solitude-Rallye 1958 gab es lange Gesichter in der PS-Fraktion der Teilnehmer, hatte doch am Ende ein Dieselfahrzeug die Nase vorn. Das konnte ja nicht mit rechten Dingen zugehen. Und, in der Tat, fand man bei Nachuntersuchungen aufgrund eines Protests Veränderungen am serienmäßigen Zustand des siegreichen Mercedes 180D. Der Befund wurde an die ONS weitergeleitet mit der Bitte um Entscheid. Dort wurden diese Änderungen als so tolerabel eingestuft, dass der Gesamtsieg von Rudi Golderer bestätigt werden konnte. Dem Göppinger wurde damit gleichzeitig ein außerordentliches Fahrtalent bescheinigt. Denn die vergleichsweise bärenstarken Alfa Giulietta, Porsche 356 und BMW 502 mit einem Diesel zu schlagen, war schon eine Anerkennung wert. Die Gegner waren ja schließlich auch nicht von Pappe. Da dominierten in der kleinen GT-Klasse Sepp Liebl, Kurt Ahrens und Helmut Felder auf Alfa Giulietta Sprint, in der großen Klasse Sepp Greger, Richard Trenkel und Max Kraus auf Porsche Carrera. Bei den Tourenwagen über 2000 ccm sah man Leopold von Zedlitz auf BMW und Eugen Böhringer auf Mercedes, bei den 2-Liter-Wagen Kurt Geiss und Eraldo Nicosia auf Alfa 1900, Roland Ott auf Mercedes und Alfred Burkhardt auf Ford 17M.
In der Klasse bis 1600 ccm tauchte erstmals ein Volvo PV 544 auf, der vor dem Borgward von Willi König siegte. In den nächsten beiden Jahren dominierte dieses Auto auch bei der Rallye-Europameisterschaft. Vorjahres-Gesamtsieger Mahle startete diesmal in der 500er-Klasse auf Goggomobil, fiel aber ebenso aus, wie der Vorjahres-Klassensieger Hölder. Gewertet wurden 1958 eine Geschwindigkeitsprüfung in Hockenheim und eine im Mahdental auf der Solitude-Rennstrecke sowie die Bergprüfungen Oppenau-Zuflucht und Glemseck-Frauenkreuz. Die Beschleunigungs-Bremsprüfung und der Slalom Malmsheim wurden ebenfalls beibehalten. Von 109 gestarteten Teilnehmern beendeten 100 die Rallye in Wertung. Der Journalist und spätere ADAC Sportpräsident Joachim Springer pilotierte bei dieser Rallye einen Alfa Romeo Giulietta Sprint und wurde Klassenzweiter. Springer veröffentlichte 1966 sein Buch "Rally Sport", das zum Standardwerk im deutschen Sprachraum wurde.
1958 Rennfahrerdebüt von Kurt Ahrens junior auf Alfa Romeo Giulietta Sprint, hier bei der Slalomprüfung auf dem Solitudering
Ergebnisse Rallye Solitude 1958
P Nr Fahrer / Beifahrer Wohnort Fahrzeug
Klasse Normale und verbesserte Serien-Tourenwagen bis 500 ccm
1 2 Wiener, Loisl / Wiener Antonie Österreich Goggomobil
2 6 Pavesic, Stefan / Brocker, Josef Österreich Goggomobil
3 5 Jungmayer, Karl / Reisinger, Walter Geiselhöring Goggomobil
a 1 Mahle, Eberhard Stuttgart Goggomobil
Klasse Normale und verbesserte Serien-Tourenwagen bis 1000 ccm
1 27 Schwerdtel, Ernst / Pfetten, Max München DKW 3=6
2 25 Maltz, Heinrich / Strasser, Hermann München DKW 3=6
3 20 Engelhardt, Manfred / Reiser, Wolf Schöckingen DKW 3=6
Klasse Normale und verbesserte Serien-Tourenwagen bis 1300 ccm
1 50 Kaufmann, Georg / Rappold, Fritz Österreich Alfa Romeo Giulietta
2 36 Krajacic, Hans / Kranz, Robert Österreich Simca Montlhéry
3 46 Behrens, Hans / Ertel, Hans Osterrode Alfa Romeo Giulietta
Klasse Normale und verbesserte Serien-Tourenwagen bis 1600 ccm
1 67 Blondeau, Adolphe / Jacquemin, G. Belgien Volvo PV 444
2 69 König, Willi / Reich, Herbert München Borgward Isabella TS
3 81 Zertani, Heinz / Bauer, Kurt Gaildorf Opel Rekord
Klasse Normale und verbesserte Serien-Tourenwagen bis 2000 ccm
1 96 Geiss, Kurt / Hennze, Hans Pforzheim Alfa Romeo 1900 TI
2 86 Ott, Roland / Merkle, Peter Neustadt Mercedes-Benz 190
3 94 Kunig, Alexander / Theilig, Gottfried Fichtenberg Ford 17M
a 87 Nicosia, Eraldo Italien Alfa Romeo 1900 TI
Klasse Normale und verbesserte Serien-Tourenwagen über 2000 ccm
1 98 Zedlitz, Leopold von / Brezing, Emil Wiesbaden BMW 502
2 101 Böhringer, Eugen / Schaal, Friedrich Stuttgart Mercedes-Benz 219
3 99 Schneider, Wilhelm / Schöller, Erwin Niedernhall Mercedes-Benz 219
Klasse Dieselfahrzeuge ohne Hubraumbeschränkung
1 108 Golderer, Rudi / Golderer, Marianne Faurndau Mercedes-Benz 180 D
2 109 Hölder, Hans-Horst / Weber, Helmut Waiblingen Mercedes-Benz 180 D
3 111 Kögel, Helmut / Röhrich, Heinz Winnenden Mercedes-Benz 180 D
Klasse Normale und verbesserte Serienwagen Grand Tourisme bis 1300 ccm
1 121 Felder, Helmut / Eifer, Gerd Dahlhausen Alfa Giulietta Sprint
2 124 Springer, Joachim / Kenschitzki, C. Tutzing Alfa Giulietta Sprint
3 127 Ahrens, Kurt jr. / Burlein, Franz Braunschweig Alfa Giulietta Sprint
a 122 Liebl, Sepp München Alfa Giulietta Sprint
Klasse Normale und verbesserte Serienwagen Grand Tourisme bis 2000 ccm
1 140 Rückwarth, B. / Hessldiek, Jochen Bielefeld Porsche 356
2 131 Greger, Sepp / Kunz, Hermann München Porsche 356
3 137 Graf, Fritz / Schmid, Otto Öhringen Porsche 356
6 133 Trenkel, Richard Bündheim Porsche 356
Gesamtwertung
1 108 Golderer, Rudi / Golderer, Marianne Faurndau Mercedes-Benz 180 D
2 98 Zedlitz, Leopold von / Brezing, Emil Wiesbaden BMW 502
3 121 Felder, Helmut / Eifer, Gerd Dahlhausen Alfa Romeo Giulietta Sprint
4 96 Geiss, Kurt / Hennze, Hans Pforzheim Alfa Romeo 1900 TI
5 140 Rückwarth, B. / Hessldiek, Jochen Bielefeld Porsche 356
7. Rallye Solitude
25.-26. April 1959
Internationale Rallye mit FIA-Prädikat und Nationale Rallye
Die Solitude-Rennstrecke stand 1959 nach zwei Jahren Unterbrechung wieder ganz im Mittelpunkt der Rallye Solitude. Dennoch blieben der Hockenheimring und die Bergprüfung Oppenau-Zuflucht weiter im Programm, das nunmehr auf sechs Fahrprüfungen ausgedehnt wurde. In Hockenheim waren 6 Runden zu absolvieren, davon eine Proberunde in maximal 7 Minuten. Danach ging es wieder zurück nach Stuttgart, wo im kurvigen Mahdental eine Geschwindigkeitsprüfung über 1 km anstand. Die Bergprüfung 'Dreispitz' wurde auf der Strasse vom Glemseck bis zum Frauenkreuz durchgeführt und die Beschleunigungs-Bremsprüfung in den Schattenkurven. Dafür wurde die Solitude-Strecke komplett gesperrt. Eine ursprünglich vorgesehene Dauerprüfung über 3 Stunden auf dem Solitude-Ring wurde allerdings nicht genehmigt und mußte entfallen. Als Schlußprüfung gab es dafür auf der Start- und Zielgeraden einen Slalom. Genannt hatten 121 Teams, gestartet waren 104, im Ziel waren noch 91 in Wertung. Die Serien-Tourenwagen bis 500 ccm und bis 750 ccm waren in einer Klasse zusammengefasst. Dort fanden sich so illustre Fahrzeuge, wie Fiat 500, Fiat 600, Goggomobil, Maicomobil, Lloyd und NSU Prinz. Viel Aufsehen erregte ein damals noch exotischer Saab 93, der vom Sportwagen-Routinier Bruno Runte gefahren wurde. Der 748 ccm-Zweitakter mit Frontantrieb und 33 PS eilte in Schweden unter Erik Carlsson von Sieg zu Sieg. Runte gewann locker seine Klasse und stellte den Saab auf Platz sechs im Gesamtklassement. Die Tourenwagenklasse bis 1000 ccm war wieder fest in DKW-Hand. Auto Union firmierte das Düsseldorfer Werk jetzt offiziell, in Anlehnung an glorreiche Vorkriegszeiten. Kurt Geiss, ein Sohn des Motorradrennfahrers und Solitude-Rekordsiegers Arthur Geiss, war nach seinem Vorjahresgastspiel bei Alfa wieder zu DKW gewechselt, landete aber nur auf Platz acht. Dafür gewann er dann im Juli beim Solitude-Rennen souverän. Klassensieger bei der Rallye wurde Markenkollege Hans Falk aus Berlin vor Hermann Marhofer und Alfred Kling. In der Klasse bis 1300 ccm, früher eine Domäne der VW Käfer, tauchten verbesserte TI-Versionen der Alfa Romeo Giulietta auf.
Die Werkswagen unter Gaetano Guarnaccia und Eugen Böhringer hatten einen glänzenden Einstand. Der Stuttgarter Gastronom Böhringer, im Vorjahr noch auf Mercedes unterwegs, gab eine Kostprobe seines Fahrkönnens und holte sich Klassen- und Gesamtsieg. Und auch beim Solitude-Rennen im Juli holte er sich auf dem gleichen Fahrzeug den Sieg. Eberhard Mahle startete 1959 für Volvo auf dem erfolgreichen Typ PV 544. In der stark besetzten Klasse bis 1600 ccm siegte er vor Markenkollege Schramm aus Berlin und drei Borgward Isabella TS, gefahren von Harry Glinz, Theo Klinck und Willi König. Auch Mahle wiederholte diesen Erfolg beim darauffolgenden Solitude-Rennen im Juli. Bei den Tourenwagen bis 2000 ccm wurden die Alfa 1900 TI zur echten Konkurrenz für die Mercedes. Hans-Joachim Walter aus Wetzlar, der spätere Rallye-Europameister, wurde Dritter hinter Markenkollege Wolfgang Schmitz. Gesiegt hat aber wiederum Roland Ott auf Mercedes 200 S. Alfred Burkhardt landete mit dem Ford 17M auf dem fünften Platz. Die Klasse der großen Tourenwagen bis 2600 ccm holte sich Dr. Ernst Lothar Bender auf Mercedes 220 SE. Da die GT-Klasse bis 1300 ccm in der nächsthöheren Klasse aufging, traten dort, bis auf einen Alfa 1300, ausschließlich Porsche 356 Carrera an. Nach dem Ausscheiden der Stars Sepp Greger und Richard Trenkel gewannen Walter Häderle und Franz Weinert aus Göppingen vor Karl-Ernst Heinkel, einem Sohn des schwäbischen Flugpioniers, sowie Fritz Leinenweber aus Pirmasens. Mehr und mehr beteiligten sich auch Angehörige der US-Army an deutschen Rallyes. Der deutsch-amerikanische Heidelberg Sports-Touring-Club meldete eine ganze Reihe von Fahrzeugen, darunter auch vier der bei Amerikanern so beliebten Triumph TR3 Roadster. Zusammen mit dem neuen Jaguar XK 150 Coupé von Leopold von Zedlitz bildeten sie bei der Rallye Solitude die GT-Klasse bis 2000 ccm. Genannt hatten auch der frühere Motorrad-Grand-Prix-Fahrer Roland Heck auf Alfa 1900 SS und Peter Borgward, der Sohn des Bremer Autofabrikanten. Wie zu erwarten war, siegten drei Triumph, gefahren von den US-Amerikanern Frank Ballard, William Dodd und George Kreisel. Ballard kam im Gesamtklassement auf Platz fünf.
1959 Klassensieger Eberhard Mahle im Volvo PV 544 bei der Wertungsprüfung Solitudering am Schattengrund
Ergebnisse Rallye Solitude 1959
P Nr Fahrer / Beifahrer Wohnort Fahrzeug
Klasse Normale und verbesserte Serien-Tourenwagen bis 750 ccm
1 132 Runte, Bruno / Runte, Ingrid Mülheim Saab 93B
2 134 Herrmann, Reinhold / Schilling, Walter Bretzfeld NSU Prinz 30
3 133 Cordier, Peter / Eyd, Peter Stuttgart Fiat 600
Klasse Normale und verbesserte Serien-Tourenwagen bis 1000 ccm
1 122 Falk, Hans / Linzenburg, Otto Berlin Auto Union 1000
2 127 Marhofer, Hermann / Saup, Hans Hechingen Auto Union 1000
3 108 Kling, Alfred / Krauss, Margot Schömberg Auto Union 1000
8 101 Geiss, Kurt Pforzheim Auto Union 1000
a 105 Ruby, Peter / Schondelmaier, H. Freiburg Auto Union 1000
a 106 Mantzel, Albrecht-Wolf Stuttgart Auto Union 1000
Klasse Normale und verbesserte Serien-Tourenwagen bis 1300 ccm
1 71 Böhringer, Eugen / Hering, Ulrich Stuttgart Alfa Romeo Giulietta ti
2 76 Guarnaccia, Gaetano / Sabottig, Giovanni Italien Alfa Romeo Giulietta ti
3 75 Klinken, Hans / Socher, Hermann Stuttgart VW 1200
Klasse Normale und verbesserte Serien-Tourenwagen bis 1600 ccm
1 48 Mahle, Eberhard / Wahl, Oscar Stuttgart Volvo PV 544
2 52 Schramm, Günter / Heckel, Wilhelm Berlin Volvo PV 544
3 54 Glinz, Harry / Falk, Peter Stuttgart Borgward Isabella TS
Klasse Normale und verbesserte Serien-Tourenwagen bis 2000 ccm
1 33 Ott, Roland / Merkle, Peter Waiblingen Mercedes-Benz 190b
2 32 Schmitz, Wolfgang / Lindow, Günther Berlin Alfa Romeo 1900 TI
3 31 Walter, Hans-Joachim / Neugebauer, W. Wetzlar Alfa Romeo 1900 TI
5 34 Alfred Burkhardt Stuttgart Ford 17M
Klasse Normale und verbesserte Serien-Tourenwagen bis 2600 ccm
1 22 Bender, Ernst Lothar / Heider, Charlotte Ferndorf Mercedes-Benz 220 SE
2 25 Stricker, Fritz / Kühner, Werner Stuttgart Mercedes-Benz 220 SE
3 23 Schneider, Wilhelm / Schöller, Erwin Niedernhall Mercedes-Benz 220 SE
a Zick, Helmut /Ammerschläger,Thomas Hannover Mercedes-Benz 220 SE
Sonderwertung Dieselfahrzeuge
1 145 Hölder, Hans-Horst / Weber, Helmut Waiblingen Mercedes-Benz 190 Db
2 43 Kirn, Siegfried / Keilbach, Otto Stuttgart Mercedes-Benz 190 D
3 41 Kögel, Helmut / Röhrich, Heinz Winnenden Mercedes-Benz 190 D
Klasse Normale und verbesserte Grand Tourisme-Wagen bis 1600 ccm
1 7 Häderle, Walter / Weinert, Franz Göppingen Porsche 356
2 4 Heinkel, Karl-Ernst / Hacker, Kurt Stuttgart Porsche 356
3 5 Leinenweber, Fritz / Träger, Manfred Pirmasens Porsche 356
a 1 Greger, Sepp München Porsche 356 Carrera
a 2 Trenkel, Richard Bündheim Porsche 356 Carrera
a Lieb, Rolf / Rank, Eberhard Stuttgart Porsche 356
Klasse Normale und verbesserte Grand Tourisme-Wagen bis 2000 ccm
1 14 Ballard, Frank / Brucker, Willi USA Triumph TR3 Roadster
2 17 Dodd, William / Sweet, Frederic USA Triumph TR3 Roadster
3 15 Kreisel, George / Hübner, Gerhard USA Triumph TR3 Roadster
a 21 von Zedlitz, Leopold / hahn, Rolf Wiesbaden Jaguar XK 150 DHC
a 18 Heck, Roland Stuttgart Alfa Romeo 1900 SS
a 20 Borgward, Peter / von Hartmann, Rainer Bremen Goliath GP 900
Gesamtwertung
1 71 Böhringer, Eugen / Hering, Ulrich Stuttgart Alfa Romeo Giulietta ti
2 122 Falk, Hans / Linzenburg, Otto Berlin DKW 3=6
3 48 Mahle, Eberhard / Wahl, Oscar Stuttgart Volvo PV 544
4 22 Bender, Lothar / Heider, Charlotte Ferndorf Mercedes-Benz 220 SE
5 14 Ballard, Frank / Brucker, Willi USA Triumph TR3
6 132 Runte, Bruno / Runte, Ingrid Mülheim Saab 95
7 7 Häderle, Walter / Weinert, Franz Göppingen Porsche 356 Carrera
8 33 Ott, Roland / Merkle, Peter Waiblingen Mercedes-Benz 190
9 134 Herrmann, Reinhold / Schilling, Walter Bretzfeld NSU Prinz 30
10 17 Dodd, William / Sweet, Frederic USA Triumph TR3
11 52 Schramm, Günter / Heckel, Wilhelm Berlin Volvo PV 544
12 4 Heinkel, Karl-Ernst / Hacker, Kurt Stuttgart Porsche 356 Carrera
13 32 Schmitz, Wolfgang / Lindow, Günther Berlin Alfa Romeo 1900
14 5 Leinenweber, Fritz / Träger, Manfred Pirmasens Porsche 356 Carrera
15 26 Stricker, Fritz / Kühner, Werner Stuttgart Mercedes-Benz 220 SE
16 31 Walter, Hans-Joachim/Neugebauer,W. Wetzlar Alfa Romeo 1900
17 15 Kreisel, George / Hübner, Gerhard USA Triumph TR3
18 23 Schneider, Wilhelm / Schöller, Erwin Niedernhall Mercedes-Benz 220 SE
19 76 Guanaccia, Gaetano / Sabottig, Giovanni Italien Alfa Romeo Giulietta
20 127 Marhofer, Hermann / Saup, Hans Hechingen DKW 3=6
21 133 Cordier, Dieter / Eyd, Peter Stuttgart Fiat 600
22 108 Kling, Alfred / Krauss, Margot Schömberg DKW 3=6
23 54 Glinz, Harry / Falk, Peter Stuttgart Borgward Isabella TS
24 75 Klinken, Hans / Socher, Hermann Stuttgart VW 1200
25 24 Bischoff, Johann / Topp, Ernst Bremen Mercedes-Benz 220 SE
26 109 Vogt, Hermann / Halbgewachs, Otto Stuttgart DKW 3=6
27 81 Spengler, Eberhard / Zeiher, Gerhard Ellwangen VW 1200
28 66 Klinck, Theo / Gauweiler, Hermann Taleischweiler Borgward Isabella TS
29 135 Bohrmann, Fritz / Moch, Erwin Ludwigshafen NSU Prinz 30
30 145 Hölder, Hans-Horst / Weber, Helmut Waiblingen Mercedes-Benz 190D
8. Rallye Solitude
21.-23. April 1960
Internationale Rallye mit FIA-Prädikat und Nationale Rallye
Mit einem großen Werkseinsatz von Mercedes bei der Rallye Monte Carlo begann die Saison 1960. Und sechs alte Bekannte von der Solitude-Rallye waren dabei auf den ersten drei Plätzen im Gesamtklassement zu finden. Sieger wurden Walter Schock / Rolf Moll vor Eugen Böhringer / Hermann Socher und Eberhard Mahle / Roland Ott. Alle drei Teams fuhren den Mercedes 220 SE. Ein paar Wochen später traf man sich wieder bei der Rallye Solitude, aber nur Böhringer trat auf dem Werks-Mercedes an. Schock/Moll fuhren um die Europameisterschaft, Mahle fuhr in diesem Jahr einen Porsche Carrera. Böhringer und Mahle waren die mit Abstand schnellsten Fahrer bei allen Wertungsprüfungen und nur die komplizierte Punktevergabe nach Hubraumklassen verhinderte, dass die beiden im Endklassement an der Spitze landeten. Böhringer schaffte immerhin den zweiten Platz, punktgleich mit Gesamtsieger Harry Glinz auf Borgward, der aber gegen mehr Konkurrenten in seiner Klasse zu kämpfen hatte. Mahle wurde Fünfter. Wieder hatten über hundert Teilnehmer für die Rallye genannt. Gestartet waren aber nur 80, wovon 67 in Wertung ankamen. Der Start erfolgte um Mitternacht vor dem Stuttgarter Neckarstadion. Als Wertungsprüfungen gab es wieder die seit Jahren bekannten Bergprüfungen Schauinsland und Zuflucht, die Geschwindigkeitsprüfung auf dem Hockenheimring, die Bergprüfung Frauenkreuz sowie eine Beschleunigungs-Bremsprüfung und einen Autoslalom. Zugelassen waren die Kategorien Tourenwagen, Grand Tourisme-Wagen und erstmals eine Kategorie C für Geländefahrzeuge der Bundeswehr, die jedoch aufgrund von Absagen entfallen musste. Die kleinste Tourenwagenklasse war diesmal bis 600 ccm ausgeschrieben, was den sportlichen NSU Prinz begünstigte. Dieter Cordier fuhr diesen Typ zum Klassensieg. Nicht beenden konnte in dieser Klasse der mehrfache Deutsche Motorrad-Geländemeister Manfred Schiek, ebenfalls auf NSU Prinz, der zum ersten Mal an einem Wagenwettbewerb teilnahm.
In der nächsthöheren Klasse traten 10 Auto Union 1000 an und Wilhelm Haas siegte vor Franz Eich und Alfred Kling. Die Klasse bis 1300 ccm konnte erstmals seit 1957 wieder ein Simca Montlhéry gewinnen und VW sowie Alfa auf die Plätze verweisen. Zu sehen war auch erstmals ein NSU-Fiat, nachdem die beiden Werke eine Kooperation eingegangen waren. Die Klasse bis 1600 ccm war mit fünf Volvo PV 544 und vier Borgward Isabella sowie Opel und Ford gut besetzt. Insofern war es gerechtfertigt, dass der Klassensieger Harry Glinz auch Gesamtsieger wurde. Hans-Peter Schazmann auf Volvo folgte auf Platz zwei. Die 2-Liter-Tourenwagenklasse gewann Rolf Kreder auf Mercedes vor Alfred Burkhardt auf Ford. Böhringers Werks-Mercedes 220 SE dominierte in der großen Tourenwagenklasse drei weitere Fahrzeuge dieses Typs. Zugeschnitten auf den neuen Auto Union 1000 Sportwagen, wurde erstmals eine GT-Klasse bis 1000 ccm ausgeschrieben. Es siegte der Amerikaner Norman Olson. Auf Platz drei landete ein Austin Healey Sprite. Bei den GTs bis 1300 ccm starteten ausschließlich Alfa Romeos vom Typ Giulietta Sprint. Es siegte Willi König aus München mit Beifahrer Ernst Furtmayr, der später auch bei einigen Solitude-Rennen zu sehen war. Zweiter wurde ex-Motorradrennfahrer Roland Heck. Auf Platz vier kam das Team Helmut Maisch / Karl-Heinz Panowitz. Maisch war Mitinhaber der Maico-Werke in Pfäffingen und der Böblinger Panowitz wurde 1966 Deutscher Rallye-Meister auf einem NSU-Wankel-Spider. Wie gewohnt, tummelten sich in der 1600er-GT-Klasse wieder die Porsche 356 Carrera. Eberhard Mahle siegte überlegen vor Walter Häderle, Rolf Lieb, Karl-Ernst Heinkel und Peter Ruby. Die Rallye endete mit der Siegerehrung und dem 'Internationallen Ball Solitude' im Beethovensaal der Stuttgarter Liederhalle. Damit sollte die seit nunmehr sieben Jahren in jedem April wiederholte Tradition der Rallye Solitude enden. Ab dem Jahr 1961 wurde sie zugunsten der Rallye Lyon- Charbonnières-Stuttgart-Solitude, die 1960 zum ersten Mal in dieser Form durchgeführt wurde, aufgegeben.
Ergebnisse Rallye Solitude 1960
Kategorie A: Tourenwagen
P Nr Fahrer / Beifahrer Wohnort Fahrzeug
Serientourenwagen(Gruppe 1) und verbesserte Tourenwagen(Gruppe 2) Klasse bis 600 ccm
1 96 Cordier, Dieter / Eyd, Peter Bad Dürkheim NSU Prinz
2 93 Schäfer, Eugen / Scheel, Rolf Stuttgart NSU Prinz
3 97 Mayenknecht, M. / Schneider, E. Besigheim NSU Prinz
4 70 Jeser, Joseph / "Barbarossa" Heilbronn NSU Prinz
a 94 Schiek, Manfred / Kaiser, Klaus Möglingen NSU Prinz
Serientourenwagen(Gruppe 1) und verbesserte Tourenwagen(Gruppe 2) Klasse bis 1000 ccm
1 90 Haas, Wilhelm / Haller, Frieder Königsfeld Auto Union 1000
2 86 Eich, Franz / Loy, Harald Aalen Auto Union 1000
3 82 Kling, Alfred / Krauss, Margot Schömberg Auto Union 1000
Serientourenwagen(Gruppe 1) und verbesserte Tourenwagen(Gruppe 2) Klasse bis 1300 ccm
1 75 Waldhör, H.R. / Kopp, Alfred Stuttgart Simca Montlhéry
2 72 Spengler, Eberhard / Spengler, Ruth Ellwangen VW 1200
3 71 Kaefer, G.H. / Schulz, Herbert Kaiserslautern Alfa Romeo Giulietta
a Lambart, Dieter / Dorn, Berthold Stuttgart Alfa Romeo Giulietta
Serientourenwagen(Gruppe 1) und verbesserte Tourenwagen(Gruppe 2) Klasse bis 1600 ccm
1 54 Glinz, Harry / Falk, Peter Stuttgart Borgward Isabella TS
2 53 Schazmann, Hans-Peter / Huober, Käte Stuttgart Volvo PV 544
3 58 Gattermann, H.D. / Johnen, Karl Kaiserslautern Volvo PV 544
a Zink, Jürgen / Raff, Rolf Stuttgart Volvo PV 544
Serientourenwagen(Gruppe 1) und verbesserte Tourenwagen(Gruppe 2) Klasse bis 2000 ccm
1 44 Kreder, Rolf / Hohnecker, G. Stuttgart Mercedes-Benz 190b
2 42 Burkhardt, Alfred / Zertani, Heinz Stuttgart Ford 17M TS
3 49 Müller, Friedrich, Knoll, Rolf Stuttgart Mercedes-Benz 190b
Serientourenwagen(Gruppe 1) und verbesserte Tourenwagen(Gruppe 2) Klasse bis 2500 ccm
1 36 Böhringer, Eugen / Socher, Hermann Stuttgart Mercedes-Benz 220 SE
2 37 Hölder, Hans-Horst / Kühner, Werner Waiblingen Mercedes-Benz 220 SE
3 38 Hirschauer, H. / "Max Moritz" München Mercedes-Benz 220 SE
a Rank, Eberhard / Hartlieb, Otto Stuttgart Mercedes-Benz 220 SE
Sonderwertung Dieselfahrzeuge
1 66 Wendeler, Manfred / Röhrich, Heinz Faurndau Mercedes-Benz 190 Db
2 63 Kirn, Siegfried / Keilbach, Otto Stuttgart Mercedes-Benz 190 Db
3 65 Pemöller, H.J. / Crone-Rawe, R. Hildesheim Mercedes-Benz 190 Db
Kategorie B: Grand-Tourisme-Wagen
P Nr Fahrer / Beifahrer Wohnort Fahrzeug
Grand Tourisme Wagen Klasse bis 1000 ccm
1 27 Olson, Norman / Harris, Woodford USA Auto Union 1000 Sport
2 29 Berberich, Rolf / Stober, Inge Karlsruhe Auto Union 1000 Sport
3 30 Schloz, Walter / Schloz, Albert Stuttgart Auto Union 1000 Sport
Grand Tourisme Wagen Klasse bis 1300 ccm
1 24 König, Willi / Furtmayr, Ernst München Alfa Romeo Giulietta Sprint
2 21 Heck, Roland / Lehn, Rolf Stuttgart Alfa Romeo Giulietta Sprint
3 23 Kothen, Karl von / Kierdorf, Manfred Wuppertal Alfa Romeo Giulietta Sprint
4 22 Maisch, Helmut / Panowitz, Karl-Heinz Pfäffingen Alfa Romeo Giulietta Sprint
a 20 Bender, Lothar Ferndorf Alfa Romeo Giulietta Sprint
Grand Tourisme Wagen Klasse bis 1600 ccm
1 6 Mahle, Eberhard / Wahl, Oscar Stuttgart Porsche 356 Carrera
2 15 Häderle, Walter / Weinert, Franz Göppingen Porsche 356 Carrera
3 10 Lieb, Rolf / Schulte, R. Stuttgart Porsche 356 Carrera
4 12 Heinkel, Karl-Ernst / Hacker, Kurt Stuttgart Porsche 356 Carrera
5 7 Ruby, Peter / Stahl, Wilfried Freiburg Porsche 356 Carrera
Gesamtwertung
1 54 Glinz, Harry / Falk, Peter Stuttgart Borgward Isabella TS
2 36 Böhringer, Eugen / Socher, Hermann Stuttgart Mercedes-Benz 220 SE
3 44 Kreder, Rolf / Hohnecker, G. Stuttgart Mercedes-Benz 190b
4 82 Kling, Alfred / Krauss, Margot Schömberg Auto Union 1000
5 6 Mahle, Eberhard / Wahl, Oskar Stuttgart Porsche 356 Carrera
6 96 Cordier, Dieter / Eyd, Peter Bad Dürkheim NSU Prinz 30
7 66 Wendeler, Manfred / Röhrich, Heinz Stuttgart Mercedes-Benz 190Db
8 29 Berberich, Rolf / Stober, Inge Karlsruhe Auto Union 1000 Sport
9 24 König, Willi / Furtmayr, Ernst München Alfa Romeo Giulietta Sprint Veloce
10 64 Kögel, Helmut / Scholl, Dieter Winnenden Mercedes-Benz 190D
11 53 Schazmann, Hans-Peter / Huober, Käte Stuttgart Volvo PV 544
12 37 Hölder, Hans-Horst / Kühner, Werner Waiblingen Mercedes-Benz 220 SE
13 27 Olson, Norman / Harris, Woodford USA Auto Union 1000 Sport
14 21 Heck, Roland / Lehn, Rolf Stuttgart Alfa Romeo Giulietta Sprint Veloce
15 28 Vogt, Hermann / Halbgewachs, Otto Stuttgart Auto Union 1000
16 15 Häderle, Walter / Weinert, Franz Göppingen Porsche 356 Carrera
17 90 Haas, Wilhelm / Haller, Friedrich Königsfeld Auto Union 1000
18 71 Kaefer, G.H. / Schulz, Herbert Kaiserslautern Alfa Romeo Giulietta
19 93 Schäfer, Eugen / Scheel, Rolf Stuttgart NSU Prinz 30
20 22 Maisch, Helmut / Panowitz, Karl-Heinz Pfäffingen Alfa Romeo Giulietta Sprint Veloce
21 72 Spengler, Eberhard / Spengler, Ruth Ellwangen VW 1200
22 42 Burkhardt, Alfred / Zertani, Heinz Stuttgart Ford 17M TS
23 77 Klinck, Theo / Moch, Erwin Thaleischweiler Goliath GP 900
24 63 Kirn, Siegfried / Keilbach, Otto Stuttgart Mercedes-Benz 190D
25 49 Müller, Friedrich / Knoll, Rolf Stuttgart Mercedes-Benz 190b
26 97 Mayenknecht, M. / Schneider, E. Besigheim NSU Prinz 30
27 46 Schlegel, G. / Reinelt, H. Kirchheim Mercedes-Benz 190b
28 38 Hirschauer, H. / "Max Moritz" München Mercedes-Benz 220 SE
29 12 Heinkel, Karl Ernst / Hacker, Kurt Stuttgart Porsche 356 Carrera
30 58 Gattermann, H.D. / Johnen, Karl Kaiserslautern Volvo PV 544
Fortsetzung:
Geschichte der Rallye Solitude-Charbonnières 1960-1972
Recherche & Text: © Bernd Schüppel
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