HISTORIE HISTORY
Die Historie der Rallye Solitude
1960 - 1972
Fünfzig Jahre nach der ersten Motorsportveranstaltung unter dem Namen "Solitude" wurde auch eine Automobil-Rallye ins Leben gerufen, die der Solitude-Historie, die hauptsächlich durch Rennfahrzeuge geprägt war, auch eine Komponente der Touren- und Sportwagen hinzufügte. Die >> Rallye Solitude begann 1953 als regionale sportliche Prüfungsfahrt und entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer der renommiertesten Rallyes in Europa. Als "Rallye Lyon-Charbonnières-Stuttgart-Solitude" hatte sie Kult-Status, bekam das Prädikat "Deutschland-Rallye" und zählte zur Europameisterschaft. Ihr wesentliches Merkmal waren die Sonderprüfungen auf dem Solitudering.
1. Rallye Lyon-Charbonnières-Stuttgart-Solitude
4.-5. März 1960
13e Rallye Lyon-Charbonnières / 9. Rallye Solitude
Startorte: Paris, Lyon und Heidelberg
Solitude-Ring: 3 Runden, davon 1 gewertet
Col de la Faucille
Chambéry - Le Sappey (Col du Granier, Col de Porte)
Col de Rousset
St.-Jean en Royans
Côte de Charbonnières (Speed-Slalom)
Die Rallye-Begeisterung in Deutschland war 1960 nach dem Monte Carlo - Sieg von Walter Schock gewaltig in die Höhe geschnellt. Die Werksbeteiligung von Mercedes tat ein Übriges. Und es war das Jahr, in dem Eric Carlsson die schwedischen Wälder verließ, um den Mitteleuropäern zu zeigen, wie man mit einem untermotorisierten Zweitakter Rallyes gewinnt. 'Eric on the roof' war sein Spitzname, was deutlich machen sollte, dass er seinen kleinen Saab nicht selten auf dem Dach um die Kurven wuchtete. Dieser Ruf ging ihm voraus, als er sich zum Start der ersten Rallye Lyon-Charbonnières-Stuttgart-Solitude einfand. Carlsson war aus Schweden. Dort fuhr man Rallyes ausschließlich nach Bestzeit auf abgesperrten Wertungsprüfungen. Und dieses Prinzip sollte sich auch mehr und mehr auf dem Kontinent durchsetzen. In Deutschland gab es dafür allerdings mächtige Widerstände seitens der Behörden. Anders in Frankreich. Dort wurde die Polizei sogar regelmäßig in die Organisation mit einbezogen und machte auch begeistert mit. Die Veranstalter der Rallye Solitude machten das Beste aus diesem Dilemma und kooperierten mit dem Automobil Club du Rhône in Lyon, der seit 1949 seine Rallye Lyon-Charbonnières mit grandiosen Sonderprüfungen auf selektiven Alpenpässen durchführte. 1960 sollte im März die Erstausgabe der neuen Gemeinschaftsrallye stattfinden - neben der regulären Rallye Solitude, die, wie geplant, wieder im April ablief. Mit einem Schlag war der Name Solitude nun Bestandteil einer international renommierten Rallye-Veranstaltung geworden. Von den Startorten Paris, Lyon und Heidelberg kam eine Vielzahl namhafter Rallyefahrer angereist, um auf der Solitude-Rennstrecke die erste Sonderprüfung in Angriff zu nehmen. Neben Carlsson starteten Pat Moss, die Schwester des Grand Prix - Fahrers Stirling Moss, Werksfahrerin bei Austin Healey und spätere Gesamtsiegerin im 96-Stunden-Marathon Liège-Rome-Liège. Ferner die Langstreckenspezialisten Roger de Lageneste und Henri Greder sowie der ehemalige Ski-Olympiasieger Henri Oreiller auf Alfa Romeo, die französischen Rallyestars René Trautmann auf Citroën und Jean Rolland auf Alfa Romeo. Die Deutschen wagten sich zunächst nur spärlich in diese Konkurrenz. Wolfgang Levy, der Akropolis-Sieger 1959, startete auf einem Auto Union 1000, Eugen Schäfer auf einem NSU Prinz. Mit Rolf Lieb und Hanns-Horst Hölder waren zwei Unerschrockene vom Motorsport Club Stuttgart dabei.
Auf der abgesperrten Solitude-Rennstrecke waren drei Runden zu fahren, die letzte davon mit offizieller Zeitnahme. Trotz frühlingshaftem Wetter war die Strecke schmierig und tückisch und forderte auch gleich ein prominentes Opfer: Pat Moss warf ihren Healey vehement in die Büsche, so dass davon nur noch ein Wrack übrigblieb. Die unverletzte Pat wurde anschließend samt Beifahrerin Ann Wisdom von Mercedes-Mann Artur Keser nach Lyon kutschiert. Schnellster auf der Solitude war Boutin auf Porsche Carrera vor De Lageneste auf Alfa Giulietta ti. Den dritten Platz sicherte sich sensationell die Damenmannschaft Annie Soisbault / Louisette Texier auf einem Alfa Giulietta SS Bertone-Coupé. Danach ging es auf die Reise nach Lyon. Die Wertungsprüfungen waren zum Teil berühmte Abschnitte der Rallye Monte Carlo: Col de la Faucille, Col du Granier, Col de Porte, Col de Rousset, St.-Jean en Royans - Rallye-Romantik pur! Mit dieser ersten Rallye Lyon-Charbonnières-Stuttgart-Solitude kamen auch interessante Fahrzeuge auf den Solitude-Ring. Der NSU Prinz hatte es in seiner Klasse mit einem seltenen Isard 700 zu tun. Bei den Tourenwagen bis 1000 ccm traf Wolfgang Levy neben einer Renault Dauphine hauptsächlich auf Markenkollegen. Sieger wurde hier allerdings der Engländer Pat Vanson auf Auto Union 1000. In der 1300er-Tourenwagenklasse kämpfte eine Meute von Alfa Giulietta ti um den Sieg, den De Lageneste vor Oreiller für sich entschied. Bei den großen Tourenwagen gewann Robert Gentilini auf Jaguar Mk II 3.4 vor einem hervorragenden Hanns Horst Hölder auf Mercedes 220 SE. In der kleinsten GT-Klasse trafen die neuen Alpine A 108 auf den Saab 93 von Eric Carlsson, der sich nach einem Lenkungsbruch am Col de Faucille knapp geschlagen geben musste. Die Porsche 356 Carrera dominierten die 1600 ccm GT-Klasse und Boutin/Motte holten sich sogar den Gesamtsieg. Bei den großen GT-Wagen gab es einen Dreikampf zwischen einem Triumph TR 3, einem AC Bristol und einem Jaguar XK 150, den der Triumph für sich entscheiden konnte. Für alle Teilnehmer, auch die ausgefallenen, gab es am Ende noch einen Slalom in Charbonnières, bei dem man respektable Preise gewinnen konnte. Für die Deutschen war diese erste Solitude- Charbonnières eine zwiespältige Erfahrung. Einerseits hatte man endlich eine Rallye internationalen Zuschnitts, andererseits aber war die Konkurrenz doch derart angewachsen, dass ein deutscher Gesamtsieg in weite Ferne gerückt schien.
1960 Pierre Boutin und Stanislas Motte im Porsche 356 Carrera
1960 Eric Carlsson im Saab 93B kämpft mit Jacques Feret auf der Alpine A106
Ergebnisse Rallye Solitude-Charbonnières 1960
P Nr Fahrer / Beifahrer Wohnort Fahrzeug
Gesamtwertung
1 128 Boutin, Pierre / Motte, Stanislas F Porsche 356 Carrera
2 DeLageneste, Roger / Greder, Henri F Alfa Romeo Giulietta ti
3 Gentilini, Robert / Justamond, Paul F Jaguar Mk II 3.4
4 Oreiller, Henri / Marbaque, Claude F Alfa Romeo Giulietta ti
5 Leto di Priolo, Massimo /Leto di Priolo,D. I Alfa Romeo Giulietta ti
6 Monraisse, Guy / Feret, Jacques F Alpine-Renault A 106
7 Perrier, Henri / Rambaud, Jacques F Porsche 356 Carrera
8 Richard, René / Chabert, Alexis F Alfa Romeo Giulietta ti
9 Hölder, Hanns-Horst / Kühner, Werner D Mercedes-Benz 220 SE
10 Carlsson, Eric / Karlsson, Ingvar S Saab 93 B
11 Clemens, Claude / Remael, P. B Porsche 356 Carrera
12 Vanson, Patrick / Gelé, Pierre F Auto Union 1000
13 Levy, Wolfgang / Kade. H. D Auto Union 1000
14 Eickelmann, Siegfried / Kühne, Hermann D Auto Union 1000
15 Michy. Maurice / Estager, Jean F Alpine-Renault A 106
a Moss, Pat / Wisdom, Ann GB Austin Healey 3000 (Crash Solitude)
a Lieb, Rolf / Keilbach, O. D Porsche 356 Carrera (Getriebe)
a Barbier, Claude F Volvo PV 544 (Mechanik)
a Rolland, Jean F Alfa Romeo Giulietta SS
a Trautmann, René F Citroën ID 19
Klasse 1 Tourenwagen bis 700 ccm
1 Schäfer, Eugen / End, H. D NSU Prinz
2 Picard, Marcel / De Loisy F Isard 700
Klasse 2 Tourenwagen bis 1000 ccm
1 Vanson, Patrick / Gelé, Pierre F Auto Union 1000
2 Levy, Wolfgang / Kade D Auto Union 1000
3 Eickelmann / Kühne D Auto Union 1000
4 Ferrier / Arbez F Renault Dauphine
5 Meyer / Bechtel D Auto Union 1000
Klasse 3 Tourenwagen bis 1300 ccm
1 DeLageneste, Roger / Greder, Henri F Alfa Romeo Giulietta ti
2 Oreiller, Henri / Marbaque F Alfa Romeo Giulietta ti
3 Leto di Priolo, Massimo / Leto d.P., Doré I Alfa Romeo Giulietta ti
4 Richard, René / Chabert F Alfa Romeo Giulietta ti
5 Schligler, Fernand / Beroldy F Peugeot 403
Klasse 4 Tourenwagen über 1300 ccm
1 Gentilini, Robert / Justamond, Paul F Jaguar Mk II 3.4
2 Hölder, Hanns-Horst / Kühner, Werner D Mercedes-Benz 220 SE
3 Gery / Vende F Citroën ID 19
4 Folletete / Rietsch F Citroën ID 19
5 Bigex / Ducruet F Citroën ID 19
Klasse 5 Grand Tourisme bis 1000 ccm
1 Feret, Jacques / Monraisse, Guy F Alpine-Renault A 106
2 Carlsson, Eric / Karlsson, Ingvar S Saab 93 B
3 Michy, Maurice / Estager, Jean F Alpine-Renault A 106
4 Massenez / Gauvain F Alpine-Renault A 106
5 Leoni / Melot F Alpine-Renault A 106
Klasse 6 Grand Tourisme bis 1300 ccm
1 Soisbault, Annie / Texier, Louisette F Alfa Romeo Giulietta SS
2 Samdja / Raselli F Alfa Romeo Giulietta Sprint Veloce
3 Sans / Mounier F Peugeot 203 Special
4 Gentot / Ducarroz F Simca Aronde 90A
Klasse 7 Grand Tourisme bis 1600 ccm
1 Boutin / Motte F Porsche 356 Carrera
2 Perrier / Rambaud F Porsche 356 Carrera
3 Clemens / Remael F Porsche 356 Carrera
Klasse 8 Grand Tourisme über 1600 ccm
1 Lachaud, Jean / Dupré, Robert F Triumph TR 3
2 Wicky, André / Decoppet, Georges CH AC Bristol
3 Parker, Swed / Walgreen, Andy USA Jaguar XK 150
WP Solitude:
Pierre Boutin (Porsche) 16.58,5 Min=121,944 km/h
Roger DeLageneste (Alfa) 17.12,6 Min=120,278 km/h
Annie Soisbault (Alfa SS) 17.20,5 Min=119,388 km/h
1960 Jaguar XK 150 FHC von Swed Parker und Andy Walgreen
2. Rallye Lyon-Charbonnières-Stuttgart-Solitude
15.-16. März 1961
14e Rallye Lyon-Charbonnières / 10. Rallye Solitude
1961 Hans Klinken aus Stuttgart-Vaihingen im Volkswagen 1200 überholt einen Renault 4CV
Nach der letzten Ausgabe der regionalen Rallye Solitude im April 1960 konzentrierte man sich bei den Veranstaltern für 1961 ganz auf die Rallye Lyon-Charbonnières-Stuttgart- Solitude. Von der alten Veranstaltung konnte man die Wertungsprüfungen Solitude-Ring und Oppenau-Zuflucht mit einbringen. Der Rest wurde auf französischem Boden gefahren. In den französischen Alpen kamen Monte-Carlo-Klassiker hinzu, wie Chambéry, St.-Jean-en-Royans, Burzet und St.-Bonnet-le-Froid. Schlagartig bekam die Veranstaltung einen sehr hohen Stellenwert und nicht zu Unrecht schielten die Veranstalter aus beiden
Ländern schon nach einem Europameisterschaftsprädikat. Der Zuspruch der Fahrer war gegeben. So starteten auch in diesem Jahr wieder zahlreiche bekannte Größen, darunter abermals Pat Moss, diesmal auf einem Austin Mini 850. Der Vierte des Vorjahres, ex-Olympiasieger Henri Oreiller, trat wieder als Alfa Romeo - Werksfahrer an, diesmal auf einem Giulietta Zagato-Coupé. Mit seinem Beifahrer Fernand Masoero ließ er den Konkurrenten keine Chance und holte sich den verdienten Gesamtsieg.
1961 Henri Oreiller / Fernand Masoero - Alfa Romeo Giulietta SZ
Ergebnisse Rallye Solitude-Charbonnières 1961
P Nr Fahrer / Beifahrer Wohnort Fahrzeug
Gesamtwertung
1 Oreiller, Henri / Masoero, Fernand F Alfa Romeo Giulietta SZ
2 Picard, Marcel / Guilhaudin, André F DB-Panhard
3 Trautmann, René / Vallier, Françoise F Citroën DS 19
4 Carlsson, Eric / Karlsson, Ingvar S Saab 96
5 Heinkel, Karl Ernst / Hacker, Kurt D Porsche 356 Carrera
6 Rolland, Jean / Augias, Gabriel F Citroën DS 19
7 Gacon, Alexandre / Estager, Jean F Alfa Romeo Giulietta ti
8 Neyret, Bob / Terramorsi, Jacques F Citroën ID 19
9 Greder, Henri / Charron, Jean F Alpine-Renault A 106
10 DeLageneste, Roger / Burglin, Pierre F Alfa Romeo Giulietta ti
a Moss, Pat / Wisdom, Ann GB Austin Mini 850
1961 Alpine-Renault A106 - Henri Greder
1961 BMW 700 Sport - Werner Müller
1961 Jean-Claude Ogier - Citroën DS 19
1961 Marcel Picard - DB-Panhard
1961 Alfa Romeo Giulietta ti - Gacon/Estager
1961 Simca Aronde Montlhéry
3. Rallye Lyon-Charbonnières-Stuttgart-Solitude
15.-18. März 1962
15e Rallye Lyon-Charbonnières / 11. Rallye Solitude
1962 Porsche-Armada am Glemseck
1962 kam Oreiller, der ex-Olympionike aus Val d'Isère, erneut zur Solitude, und zwar mit einem vielbeachteten Ferrari 250 GT. Die dunkelblaue Berlinetta mit dem kurzen Radstand (#2787GT) erwarb er im Juli 1961 und startete beim Rahmenrennen zum GP Deutschland auf dem Nürburgring. Dort wurde er Dritter im Gesamt. Einen Sieg gab's dann beim Coupe de Salon in Montlhéry. 1962 setzte Oreiller den Sportwagen überwiegend bei Rallyes ein. Siege gab es in Bordeaux, Limoges und Armagnac.
Beim 1000 km-Rennen auf dem Nürburgring landete er mit dem Fahrzeug auf dem zehnten Gesamtrang. Bei der Lyon-Charbonnières-Stuttgart-Solitude 1962 blieb das Wetter moderat und so konnte er die Power des 12-Zylinder-Boliden überlegen ausspielen und ließ Dieter Glemser auf einem Porsche Carrera 2 keine Chancen. Auf den Plätzen folgten die Citroën DS 19 von Bob Neyret und Guy Verrier sowie ein weiterer Carrera unter Edouard Monnoyer.
1962 Die Ferrari 250 GT von Henri Oreiller und Gérard Spinedi
Ergebnisse Rallye Solitude-Charbonnières 1962
111 Starter, darunter 45 deutsche Teams Abschlußbankett am Sonntagmittag in der Stuttgarter Liederhalle Startorte in Stuttgart, Frankfurt, Paris, Lyon, Marseille Erste Etappe: Charbonnieres-Charbonnieres (Ardeche) Zweite Etappe: Charbonnieres - Solitude (mit Schauinsland, Zuflucht und Solitude-Ring 11 Runden)
P Nr Fahrer / Beifahrer Wohnort Fahrzeug
Gesamtwertung
1 Oreiller, Henri / Charron, Jean F Ferrari 250 GT swb
2 Glemser, Dieter / Wütherich, Rolf D Porsche 356 Carrera
3 Neyret, Bob / Verhilac, Jean F Citroën DS 19
4 Verrier, Guy / "Alex" F Citroën DS 19
5 Monnoyeur, Edouard / Janniard, Guy F Porsche 356 Carrera
6 Michaux, Georges / Masclet, Guy F DB Panhard
7 Demortier, Jean / Harris, Georges B Mercedes-Benz 220 SE
8 Kling, Alfred / Maier, Peter D DKW Junior
9 Masoero, Fernand / Morin, Denis F Alfa Romeo
10 Feret, Jacques / Hoffman, François F Alpine-Renault A 108
11 Kreder, Rolf / Knoll, Rolf D Mercedes-Benz 190
12 Schlesser, Jo / Mme Schlesser F Renault Dauphine 1093
13 Schligler, Fernand / Salomon, Marcel F Peugeot 404
1962 Morris Mini Cooper von Max Scheerle
1962 Alfa Giulietta Spider
1962 DKW Junior und Mercedes 220 SE vor dem Hotel Glemseck
4. Rallye Lyon-Charbonnières-Stuttgart-Solitude
8.-10. März 1963
16e Rallye Lyon-Charbonnières / 12. Rallye Solitude
1963 Robert Buchet auf Porsche Carrera Abarth in der Glemseckkurve
1955, als der Citroën ID 19 mit seiner futuristischen Karosse und sensationeller Fede- rungstechnik erschien, dachte keiner daran, dieses Auto jemals auf Rallyepisten anzu- treffen. Die 'Göttin', wie die Franzosen das Gefährt liebevoll nannten, schien dafür nun doch etwas zu schade. 1959 mit der Namensänderung in DS (=déesse) kamen allerdings auch die sportlichen Ambitionen und im gleichen Jahr wurde Paul Coltelloni mit der Schön- heit Rallye-Europameister. Es folgten Meistertitel von Claudine Bouchet, René Trautmann und Pauli Toivonen sowie die Krönung durch den Sieg von Lucien Bianchi und Georges
Harris im legendären Liège-Sofia-Liège 1961, in der starke Gegner wie Porsche Carrera, Austin Healey 3000 und Mercedes 220 SE bezwungen wurden.1963 waren die zu absolvierenden Runden bei der ersten Wertungsprüfung auf dem Solitude-Ring auf acht angewachsen. Gestartet wurde in Pulks von zirka 16 bis 20 Fahrzeugen. Das war spektakulär und brachte regelmäßig Rennatmosphäre. Eberhard Mahle konnte nicht teilnehmen, weil er sich einen Meniskusschaden zugezogen hatte.
1963 Henri Greder im Ford Falcon in der Glemseckkurve. Hinter ihm tanzt ein Jaguar Mark II eine Pirouette.
1963 Gesamtsieger: René Trautmann / Michel Karaly
1963 Coupe des Dames: Claudine Bouchet / Françoise Vallier
1963 Citroën DS 19 - René Trautmann
1963 Ford Falcon Sprint - Henri Greder
1963 Renault Dauphine 1093 - Larrousse / Bravard
1963 NSU Prinzen in der Hedersbachkurve
Ergebnisse Rallye Solitude-Charbonnières 1963
P Nr Fahrer / Beifahrer Wohnort Fahrzeug
Gesamtwertung
1 Trautmann, René / Karaly, Michel F Citroën DS 19
2 Neyret, Bob / Terramorsi, Jacques F Citroën DS 19
3 Verrier, Guy / Jourdain, Jacques F Citroën DS 19
4 Feret, Jacques / Hoffmann, François F Alpine-Renault A 108
5 Vittel / Harris, Georges B Alfa Romeo Giulia
6 Zink, Jürgen / Zink, Wolf-Rüdiger D Volkswagen 1200
7 Rolland, Jean / Augias, Gabriel F Alfa Romeo SZ
8 Kling, Alfred / Krauss, Margot D DKW Junior
9 Buchet, Robert / Gauvin, Michel F Porsche 356 Carrera Abarth
10 Klinck, Theo / Seelinger, Werner D Morris Mini 850
11 Bouchet, Claudine / Vallier, Françoise F Citroën DS 19
12 Wicky, André / Decoppet, Georges CH Alfa Romeo
1963 Wertungsprüfung Solitudering: Start der Klasse 1 Serientourenwagen bis 600 ccm
1963 Werner Müller auf NSU Prinz in der Glemseckkurve
5. Rallye Lyon-Charbonnières-Stuttgart-Solitude
13.-15. März 1964
17e Rallye Lyon-Charbonnières / 13. Rallye Solitude
1964 Start WP Solitudering
René Trautmann
Mit dem Stuttgarter Günter Klass kam 1964 bei der Solitude- Charbonnières endlich wieder Hoffnung auf einen deutschen Gesamtsieg auf. Schon auf der Solitude war er mit seinem Porsche Carrera 2 der schnellste Fahrer und nach zwei Dritteln der Rallye hatte er alle Sonderprüfungen gewonnen und lag an der Spitze des Gesamtklassements. Aber auf der vorletzten Sonderprüfung am Col de Rousset brach ihm der Schalthebel und er fiel auf den 30. Platz zurück. Der Gesamtsieger des Vorjahres, René Trautmann, fuhr in diesem Jahr ein Lancia Flavia Coupé, war aber in Sonderprüfungen nie bei den Schnellsten. Dennoch wiederholte er seinen Vorjahreserfolg, da die Zeiten mit einem Faktor multipliziert wurden, der die unterschiedliche Leistung in den verschiedenen Klassen ausgleichen sollte. Zweiter wurde Pierre Maublanc auf Morris Mini Cooper S vor Henri Greder auf dem Ford Falcon,der in seiner Klasse Eugen Böhringer auf dem Mercedes 300
Klaus Kaiser und Eugen Böhringer
SE immer in Schach halten konnte. Böhringer landete auf dem achten Platz. Der talentierte Franzose Gérard Larrousse fuhr einen Renault Dauphine Gordini auf Platz zehn. Interessante Neuerscheinung war der NSU Wankel Spider des Böblingers Karl-Heinz Panowitz. Damit wurde erstmals ein Wankelmotor im Motorsport eingesetzt. Panowitz/Erb erreichten Gesamtrang dreizehn. Eine 365 PS starke Chevrolet Corvette beeindruckte auf der Solitude mehr durch Sound als durch Schnelligkeit und ward bald nicht mehr gesehen im Feld. Mit dem BMW 1500 von Jürgen Zink und dem Glas 1204 TS von Theo Klinck waren auch erstmals zwei Vertreter der neuen deutschen Automobilgeneration zu sehen.
1964 DKW Junior 850
1964 MG A Twin Cam
Ergebnisse Rallye Solitude-Charbonnières 1964
P Nr Fahrer / Beifahrer Wohnort Fahrzeug
Gesamtwertung
1 79 Trautmann, René / N'guyen-Du, René F Lancia Flavia Coupé 1.8
2 110 Maublanc, Pierre / Dreyfus, Daniel F Morris Mini Cooper S
3 64 Greder, Henri / Charrel, Jean F Ford Falcon
4 97 Theiler, Georges / Bechtel, Erich CH Austin Mini Cooper
5 91 Blank, Arthur / Karrer, Frederico CH Ford Lotus Cortina
6 98 Cuynet, Florent / Jeanniard, André F Morris Mini Cooper S
7 107 Soisbault de M., Annie / Roure, Nicole F Morris Mini Cooper S
8 63 Böhringer, Eugen / Kaiser, Klaus D Mercedes-Benz 300 SE
9 111 Selz, Jean / Mauris CH Morris Mini Cooper S
10 119 Larrousse, Gérard / Peray, Jean-Claude F Renault Dauphine Gordini
11 136 Müller, Werner / Illig, Jürgen D NSU Prinz
12 80 Bouchet, Claudine / Charmasson, Marie-C F Lancia Flavia Coupé
13 134 Panowitz, Karl-Heinz / Erb, Peter D NSU Wankel-Spider
14 18 Wicky, André / Pexinho, Antònio CH Ford Lotus Cortina
15 52 Masoero, Fernand / Maurin, Jean F Alfa Romeo Giulia TI
16 82 Bianchi, Lucien / Ogier, Jean-Claude B Citroën DS 19
17 128 Zink, Jürgen / Kohler, Lothar D BMW 1500
18 94 Klinck, Theo / Seelinger, Werner D Glas 1204 TS
19 46 Bianchi, Mauro / "Vic" B Citroën DS 19
20 114 Kling, Alfred / Falk, Peter D Abarth 850 TC
21 117 Laurent, Claude / Marché, Jacques F DKW Junior
22 21 Richard, René / de Montaigu, Philippe F Lotus Elan
23 102 Nadler, Jean-Claude / Marti, B. F Austin Cooper
24 48 Piot, Jean-François / Liograt F Citroën DS 19
25 118 Macchi, Paul / Macchi, Aldo CH Saab 96
26 71 Pointet, Lucette / Bouillon, Françoise F Citroën DS 19
27 131 Schey, Dieter / Schulz, Herbert D BMW
28 30 Rolland, Jean / Augias, Gabriel F Alfa Romeo GSZ
29 137 Weber, Heinz / Braun, Herbert D NSU Prinz30
30 7 Klass, Günther / Wütherich, Rolf D Porsche 356 Carrera
1964 Eugen Böhringer im Mercedes 300 SE auf der WP Solitudering, gefolgt von Joachim Springer auf Ford 12M TS
6. Rallye Lyon-Charbonnières-Stuttgart-Solitude
12.-14. März 1965
18e Rallye Lyon-Charbonnières / 14. Rallye Solitude
Der PS-Zauberer Amédée Gordini hatte bereits mit Erfolg aus dem Renault 4 CV die Sport- version 1063 und aus der Dauphine die 1093 gemacht. Mit dem beim Pariser Salon im Okto- ber 1964 erschienenen R8 verfuhr er ebenso und verpasste dem gediegenen Tourenwa- gen mit 95 PS bei 6500 U/min aus 1108 ccm eine Leistungscharakteristik, die ihn aus der
Jean Vinatier
Masse heraushob. Das Auto wurde ein Renner. Für weniger als 12.000 Francs bekam man ein siegfähiges Rallyeauto. Und schon einen Monat später, bei der Tour de Corse, stellte dies Jean Vinatier mit einem Gesamtsieg eindrucksvoll unter Beweis. Am 1. Januar 1965 wurde der Wagen als Serientourenwagen homologiert, ein neues Fünfganggetriebe inklusive. Régie Renault schrieb eine Coupe Nationale R8 Gordini für Nachwuchsfahrer aus, aus der viele spätere Rennfahrer hervorgehen sollten. Die attraktiven Werkswagen mit ihrer französisch-blauen Lackierung und den zwei weißen Längsstreifen über die ganze Karosserie tauchten im März auch bei der Rallye Solitude-Charbonnières mit den Werksfahrern Pierre Orsini und Jean Vinatier auf. Sie trafen dort auf ein anderes junges Team, das mit ebenso sensationellen Autos Furore machte: Autodelta. Bei Alfa Romeo hatte man 1965 nach zwölf Jahren Abstinenz wieder eine eigene Rennabteilung gegründet
und sich dafür die in Udine ansässige Tuning-Firma Autodelta einverleibt. Dort wurden die Giulia und das Giulia Sprint GT Coupé zu wettbewerbsfähigen Fahrzeugen umgebaut und hießen jetzt Giulia TI Super und Gran Turismo Allegerita, oder kurz GTA.
Lucien Bianchi
Das Stahlblech der Karosserien wurde teilweise durch Aluminium ersetzt und der 1570 cc-Doppelnockenwellenmotor durch größere Ventile und Doppelzündung auf 115 PS bei 6.000 U/min gebracht. Werksfahrer waren der von Citroën gekommene Belgier Lucien Bianchi und Jean Rolland, der schon seit Jahren die Alfa-Farben in Frankreich vertrat. Die weiße Giulia TI gegen die blauen Gordinis - unter diesem Zeichen stand die Rallye Solitude-Charbonnières des Jahres 1965. Schon bei der Geschwindigkeitsprüfung auf dem Solitude-Ring zeichnete sich ein Zweikampf zwischen Alfa-Pilot Bianchi und Vinatier auf dem Gordini ab. Noch hatte der Belgier dabei leichte Vorteile. Aber als es auf die engen französischen Paßstrassen ging, spielte der Franzose die Wendigkeit seines R8 aus und konnte wieder aufholen. Entscheidend war aber die Handlichkeit bei Eis und Schnee. Und hier war der Gordini unschlagbar. Das erste Aufeinandertreffen dieser beiden neuen Rallyeautos endete mit einem deutlichen Sieg des Renault R8 Gordini.
1965 Vinatier / Hoffmann - Renault R8 Gordini
1965 Bianchi / Vic - Alfa Romeo Giulia TI
1965 Paul Macchi - Saab 93 B
1965 Dieter Lambart - Glas 1300 GT
1965 Jean-François Piot - Renault Dauphine 1093
1965 Henri Greder - Ford Mustang
Ergebnisse Rallye Solitude-Charbonnières 1965
P Nr Fahrer / Beifahrer Wohnort Fahrzeug
Gesamtwertung
1 Vinatier, Jean / Hoffmann, François F Renault R8 Gordini
2 Bianchi, Lucien / "Vic" B Alfa Romeo Giulia TI
3 Simonetta, Philippe / Dirren, Bernard CH Simca 1500
4 Macchi, Paul / Macchi, Aldo CH Saab 93 B
5 Supper, Norbert / Wirth, Hannelore D Glas 1300 GT
6 Dutoit, Robert / Morel, Jacques F Renault R8 Gordini
7 Schneider, Alfons / Falkenberg, Axel D Opel Kadett
8 Grohe, Klaus / Baumgartner, Heinrich D BMW 1800
9 Piot, Jean-François / Pescarolo, Henri F Renault Dauphine 1093
10 Burckhardt, Alfred / "Heinrich Hubert" D Ford Taunus 12M TS
11 Clément, Jean / Cayraud, Louis F Austin Mini Cooper S
12 Greder, Henri / Delalande, Martial F Ford Mustang
13 Hanrioud, Jean-Pierre / Rey, Jacques F Porsche 904 GTS
1965 erschienen auch einige der neu homologierten Porsche 904 GTS, hier im Einsatz auf dem Solitudering
7. Rallye Lyon-Charbonnières-Stuttgart-Solitude
11.-13. März 1966
19e Rallye Lyon-Charbonnières / 15. Rallye Solitude
1966 stieg auch der Automobil Club der Schweiz als Veranstalter der Solitude-Charbonniè- res mit ein. Sie zählte nun in Frankreich, Deutschland und in der Schweiz als nationaler Meisterschaftslauf. Ein Europameisterschaftsprädikat bekam sie allerdings noch nicht, obwohl sie bei den Fahrern bereits als die kleine Rallye Monte Carlo galt. Citroën, Ford-
Jean-P. Hanrioud
France, DAF-France, Renault und Alpine schickten ihre Werksteams. Mit Werksunterstüt- zung fuhren auch Vorjahressieger René Trautmann auf Lancia und Lucien Bianchi auf dem Alfa Romeo TZ2 sowie Pierre Maublanc auf dem BMC Mini Cooper S. Die Scuderia Schwaben entsandte drei werksseitig ausgerüstete Ford Taunus mit Burkhardt/Zertani an der Spitze. Stuttgart war wieder Ausgangspunkt der Rallye. Die Teilnehmer trafen am Freitag ab 7 Uhr zur Abnahme im Fahrerlager Mahdental ein. Ab 8.30 Uhr wurde auf dem Solitude-Ring die Sonderprüfung gestartet. Es waren 9 Runden zurückzulegen, wobei die erste als Proberunde galt und die folgenden acht in die Wertung kamen, entsprechend einer Distanz von 91,336 km. Der Start erfolgte in drei Pulks bei anhaltendem Regen.
Jean-François Piot
Überraschend konnte der Stuttgarter Jürgen Zink hinter Walter Lehmanns Porsche 904 die zweitbeste Zeit fahren. Seinen BMW 1800 TI hatte er auf zwei Liter aufgebohrt und so auf 170 PS gebracht. Dahinter folgten Henri Greder auf Ford Mustang, Jean Rolland auf Alfa Romeo GTA , die beiden Werks-Alpine von Jean Vinatier und Mauro Bianchi und ein weiterer Porsche 904 mit dem Franzosen Jacques Rey. Dann gingen die Teilnehmer auf die erste Etappe von 790 km nach Lyon. Um 12.52 begann die Bergprüfung Oppenau-Zu- flucht über 8,5 km. Auf der engen Kurvenstrecke dominierte die Alpine mit Hanrioud. Greder wurde Zweiter, Zink Vierter. Über die Schwarzwaldhochstrasse ging es weiter zur Alexanderschanze und über zahlreiche Windungen hinunter nach Bad Peterstal. Ab 15.07 überquerte der Rallyetross die Grenze bei Breisach. Die erste Sonderprüfung auf französischem Boden war das Bergrennen St.-Hippolyte über 8 km. Danach führte die Strecke erstmals in die Schweiz. Bei La Chaux de Fonds wurden die zwei Bergprüfungen
Rochefort-La Tourne (4,9 km) und Buttes-La Cote aux Fées (3,5 km) absolviert. Weiter ging es auf französischem Boden bis nach Charbonnières, wo von 1 Uhr bis 2.30 Uhr am Samstagfrüh eine Pause eingelegt wurde. Dieser erste Tag hatte mit René Trautmann, Lucien Bianchi und Jean Rolland schon prominente Ausfälle zu verzeichnen, bevor das Feld auf die zweite Etappe über 1010 km ging. Sie führte durch die Ardèche, wo zunächst
Henri Greder
die Geschwindigkeits-Bergprüfung La Terrasse sur Dorlay über den Col d'Oeillon über 35 km in Angriff genommen wurde. Bis dahin hatten die Deutschen auf den ersten Gesamt- sieg in der Geschichte dieser Rallye hoffen dürfen, denn Jürgen Zink lag aussichtsreich an zweiter Stelle. Aber in dieser Prüfung rutschte der Stuttgarter auf einer Öllache gegen eine Brückenmauer und demolierte den BMW. Danach ging es zur Monte Carlo - Prüfung Le Moulinon-Antraigues über 38 km. Ebenso berühmt war die Bergprüfung Burzet über 17 km. Danach wurde die Rhône überquert, um in den Alpen bei Schnee und Eis drei weitere Sonderprüfungen zu absolvieren, zunächst die 16 km über den Col de la Croix, dann der 1255 m hohe Col du Rousset über 14 km und schließlich der Monte-Klassiker bei St.-Jean
Marie-C. Beaumont
en Royans über den 1195 m hohen Col de l'Echarasson zum 1202 m hohen Col de Carri. Hier spielten die leichten Alpine-Werkswagen ihre Trümpfe aus und setzten sich souverän vom Feld ab. Am Samstagabend gegen 21.30 kam das erste Fahrzeug beim Casino in Charbonnières ins Ziel. Seit 20 Uhr gab es dort schon ein großes Gala Diner, wo anschlie- ßend auch die Preise verteilt wurden. Sieger wurden Jean-Pierre Hanrioud / Jean-Claude Peray auf Alpine A 110 vor ihren Markenkollegen Vinatier / Hoffmann. Bester Deutscher war Dieter Lambart auf einem Opel Kadett B an neunter Stelle. Hans Schuller wurde auf Ford Taunus 12 M Dreizehnter. Das Gesamtklassement der Serientourenwagen gewannen Henri Greder / Marie-Claude Beaumont auf Ford Mustang vor Guy Verrier / Jean-Claude Syda auf Citroën DS 21. Bei den Tourenwagen der Gruppe 2 siegten die Renault 8 Gordini von Jean-François Piot und Jean-Claude Andruet.
1966 Henri Greder - Ford Mustang
1966 Dieter Lambart - Opel Rallye Kadett
1966 Jean-Pierre Hanrioud - Alpine A 110 1966 Solitudering - Hedersbachkurve 1966 Jürgen Zink - BMW 1800 TI
Ergebnisse Rallye Solitude-Charbonnières 1966
P Nr Fahrer / Beifahrer Wohnort Fahrzeug
Gesamtwertung
1 122 Hanrioud, Jean-Pierre / Peray,Jean-Claude F Alpine-Renault A 110
2 121 Vinatier, Jean / Hoffmann, François F Alpine-Renault A 110
3 60 Piot, Jean-François / Jacob, Jean-François F Renault R8 Gordini
4 44 Greder, Henri / Beaumont, Marie-Claude F Ford Mustang
5 39 Verrier, Guy / Syda, Jean-Claude F Citroën DS 21
6 125 Bianchi, Mauro / Perramond, Jean-Claude B Alpine-Renault A 110
7 18 Theiler, Georges / Bechtel, Erich CH BMC Mini Cooper S
8 61 Andruet, Jean-Claude / Gelin, Maurice F Renault R8 Gordini
9 10 Lambart, Dieter / Erb, Peter D Opel Kadett 1100
10 6 Ogier, Jean-Claude / Pointet, Lucette F Panhard 24 CT
11 95 "Bab" / Faure, Alain F Alfa Romeo GTA
12 102 Trautmann, Claudine / "Colette" F Lancia Flavia Coupé
13 89 Schuller, Hans / Kohler, Lothar D Ford Taunus 12M TS
14 132 Supper, Norbert / Wirth, Hannelore D Glas 1304 TS
15 2 Lier, Patrick / Vaglio, Silvio CH Fiat 850 Coupé
16 100 Blank, Arthur / Karrer, Frederico CH Ford Lotus Cortina
17 67 Duperray, Pierre / Duperray, Gérard F Renault R8 Gordini
18 84 Schmitt, Günter / Mühling, Peter D Glas 1204 TS
1966 sah der Solitudering (hier die Schattenkurve) erstmals eine Alpine A110 Berlinetta vorne. Es sollten fünf weitere Gesamtsiege folgen.
8. Rallye Lyon-Charbonnières-Stuttgart-Solitude
16. - 19. März 1967
20e Rallye Lyon-Charbonnières / 16. Rallye Solitude
Lauf zur Rallye-Europameisterschaft
1967 Erstauftritt des Porsche 911 S
1967 war es endlich soweit: Die Rallye Lyon-Charbonnières-Stuttgart-Solitude hatte ihr Europameisterschaftsprädikat, das Höchste, was es damals überhaupt gab, denn die Weltmeisterschaft wurde erst ab 1973 für Marken und ab 1978 für Fahrer ausgeschrie- ben. Dementsprechend tummelten sich bei diesem Meisterschaftslauf alle aussichtsreichen Teams. Und diese waren natürlich in den hubraumstarken Klassen zu finden. Erstmals gab es auch eine Klasse für Sportwagen der Gruppe 4 und Sport-Prototypen der Gruppe 6. Dort meldeten überwiegend GT-Wagen, die noch nicht in ausreichender Stückzahl gebaut, d.h. homologiert, waren. Darunter einige Alpine-Renault A 110 mit neuen 1,4- bzw. 1,6-Liter-Motoren, mit denen man sich bei den Franzosen größere Chancen gegen den immer stärker werdenden Porsche 911 ausrechnete. Porsche platzierte in diese Klasse vier Carrera 904 GTS mit 2-Liter-Motoren, die normalerweise bei Rundstreckenrennen eingesetzt werden. Die Kämpfer um den Europameisterschaftstitel versammelten sich in der GT-Klasse bis 2 Liter Hubraum. Die Porsche 911 S waren in diesem Jahr erstmals
homologiert und beherrschten diese Klasse souverän. Vic Elford fuhr mit Werksunterstützung, während Vorjahressieger Hanrioud für das Team Henri Oreiller antrat. Der Pole Zasada meldete seinen privaten 911 und ein Bekannter aus uralten Solitude-Rallyezeiten, Heinz Schiller, startete für die Ecurie Basilisk. Diese Porsche-Armada würde den Gesamtsieg unter sich ausmachen, wenn der neue Alpine-Prototyp von Gerard Larrousse nicht für eine Überraschung sorgte. Aber nur 39 von 117 Teilnehmer- fahrzeugen erreichten das Ziel. Unter den Ausgefallenen waren nahezu alle Prototypen und Porsche befand sich auf den ersten vier Plätzen im Gesamtklassement. Sieger wurden Vic Elford und David Stone, die in diesem Jahr auch Europameister werden konnten Schnellster auf der Solitude war Mauro Bianchi auf der Alpine 1440, gefolgt von Elford auf Porsche 911 S und Dutoit auf Porsche 904 GTS sowie von Piot auf Alpine 1300 und Rolland auf Alfa Romeo GTA. Claudine Trautmann mußte bereits hier ihren Lancia Fulvia mit Motorschaden abstellen.
1967 Studie - Vic Elford in der Hedersbachkurve des Solituderings
1967 Larrousse / Perey - Alpine A110 1600
1967 Zasada / Pach - Porsche 911 S
1967 Trautmann / Leyssieux - Lancia Fulvia HF
1967 Die Sieger: Vic Elford und David Stone
Ergebnisse Rallye Solitude-Charbonnières 1967
P Nr Fahrer / Beifahrer Wohnort Fahrzeug
Gesamtwertung
1 60 Elford, Vic / Stone, David GB Porsche 911 S
2 61 Hanrioud, Jean-Pierre / Foucher, Xavier F Porsche 911 S
3 65 Zasada, Sobieslaw / Pach, Eugeniusz PL Porsche 911 S
4 59 Gaban,Jean-Pierre / Jacquemin, Jean-M. B Porsche 911 S
5 39 Neyret, Bob / Terramorsi, Jacques F Citroën DS 21
6 40 Ogier, Jean-Claude / Pointet, Lucette F Citroën DS 21
7 136 Trautmann, René / Leyssieux, Philippe F Lancia Fulvia HF
8 54 Lier, Patrick / Vaglio, Silvio CH Sunbeam Imp
9 102 Schligler, Fernand / Couzian, Gérard F Renault R8 Gordini
10 145 Garant, Sylvain / Stoiko F Porsche 911
a 105 Rolland, Jean / Augias, Gabriel F Alfa Romeo GTA
a 156 Larrousse, Gérard / Perey, Jean-Claude F Alpine-Renault A 110 1600 Prototype
a 157 Andruet, Jean-Claude / x F Renault R8 Gordini
a 72 Zwimpfer, Siegfried / Burri, Josef CH Ferrari 275 GTB /C
a 142 Riegger, Siegfried / Haller, Friedrich D BMW 2000 TI Alpina
a 155 Bianchi, Mauro / Perramond, Jean-Claude B Alpine-Renault A 110 1600 Prototype
9. Rallye Lyon-Charbonnières-Stuttgart-Solitude
7. - 10. März 1968
21e Rallye Lyon-Charbonnières / 17. Rallye Solitude
Sonderprüfungen: Solitude-Ring ( 6 Runden=68,5 km) Schauinsland (3 km) Münsterhalden-Haldenhof (3 km) St.-Hippolyte-Maison Rouge (8 km) La-Croix-du-Bar - Choux (15 km) 2.Etappe: Riotord-St.-Bonnet le Froid (20,5 km) Le Moulinon-Antraigues (38 km) Le Collet de Deze - Saint Germain de Calberte (19 km) Laussonne - Boussoulet (17 km)
Die Solitude-Charbonnières war nach dem eindrucksvollen Europameisterschaftslauf 1967 zu einer großartigen Veranstaltung herangereift. Da sie jedoch, wie Rallye Monte Carlo und Tour de Corse, überwiegend auf französischem Boden stattfand, hatte sie einen
Jean-C. Andruet
schweren Stand, dieses Prädikat zu verteidigen, zumal 1968 mit der Rallye San Remo zeitgleich eine aufstrebende Veranstaltung in Italien lief. Für Franzosen und Schweizer blieb sie aber dennoch erste Wahl, für die Deutschen, mangels Alternativen, sowieso. Die behördliche Vorgabe einer Durchschnittsgeschwindigkeit von maximal 50 km/h machte in Deutschland das Entstehen einer anspruchsvollen Prüfung unmöglich. Die Schweizer hatten mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. 1968 wurde ihr Streckenanteil von den Behörden kurzerhand gestrichen. In Frankreich hingegen war mit Schnitten von 60 km/h auf kurvenreichen Strassen durchweg sportliches Fahren möglich. Daran mag es gelegen haben, dass bisher noch kein Deutscher oder Schweizer in die Nähe eines Gesamtsieges dieser Rallye gekommen war. Der Beliebtheit tat dies allerdings keinen Abbruch. Mit
Jean-Luc Thérier
immerhin 65 der 112 gestarteten Teams kam der Hauptanteil aus Deutschland. Dem wieder favorisierten Alpine-Werksteam mit Gerard Larrousse und Jean-Claude Andruet stellten sich einige werksunterstützte Porsche 911 unter Chasseuil, Rüfenacht, Schligler und Klocke, wobei insbesondere der Bielefelder Helmut Klocke nach einem beeindruckenden Monte-Carlo-Auftritt Beachtung verdiente. Der frisch als Serientourenwagen homologierte 1,9-Liter Opel Rallye Kadett wurde von Henri Greder pilotiert, charmant navigiert von Marie-Claude Beaumont. Er traf auf eine Reihe von Renault R8 Gordini. Mit 20 Fahrzeugen am meisten vertreten war die Marke BMW, hauptsächlich mit den Typen 2000 TI und 1600 TI. Einen davon bewegte der amtierende Deutsche Rallyemeister Helmut Bein. Auf der Solitude begann die Rallye mit einem 6-Runden-Spektakel. Gérard Larrousse, der bei der vorangegangenen Rallye Monte Carlo lange in Führung lag, setzte hier die schnellste Zeit und unterstrich damit seine Favoritenrolle. Er gab seinem Teamkollegen Andruet 45 Sekunden mit auf den Weg.
Erst mit Minutenabstand folgten die hubraumstärkeren Porsche. Anschließend ging es auf die Schauinsland-Bergprüfung über drei Kilometer, in der Larrousse siegte. Auch nach der dritten deutschen Prüfung Münsterhalden-Haldenhof blieb er vorne. Der Deutsche Klocke
Guy Chasseuil
hielt sich beim Grenzübertritt tapfer auf dem dritten Gesamtrang, den er auch bei der Prüfung St.-Hippollyte verteidigen konnte. Dann begannen winterliche Verhältnisse mit viel Schnee- und Eispassagen. Die Serientourenwagen von Renault-Gordini holten hier stark auf und mit Jean-Luc Thérier ging ein neuer Stern am französischen Rallyehimmel auf. Er war in der 20 km-Prüfung La Croix du Bar absolut schnellster Mann und distanzierte die weit stärker motorisierte Konkurrenz um über eine halbe Minute. Der Deutsche Hans Schuller auf BMW 1600 TI wurde hier Fünfter. Der Führende Larrousse beschädigte in dieser Prüfung seine Ölwanne und verlor über 5 Minuten auf Andruet. Am Ende der ersten Etappe lag Andruet vor Klocke und Larrousse. Nach dreistündiger Pause in Charbonnières ging es weiter auf die 1068 km lange Schlussetappe. Thérier fuhr weiter Bestzeiten und auch sein Teamkollege Charrière sowie Greder auf dem Rallye-Kadett konnten Boden gut
Günther Irmscher
machen. Larrousse mühte sich, wieder Anschluss zu finden und setzte auf der 38 km langen Königsetappe von Le Moulinon nach Antraïges einen neuen Streckenrekord. Aber es gelang ihm nicht, zu Andruet aufzuschliessen und, um den Alpine-Sieg nicht zu gefährden, trat er zur letzten Prüfung nicht mehr an. Porschefahrer Klocke musste ebenfalls alle Hoffnungen begraben, als ihm eine Halbachse brach. So siegte Jean-Claude Andruet zum ersten Mal bei dieser Veranstaltung, die eine seiner erfolgreichsten werden sollte. Zweiter wurde Guy Chasseuil auf dem neuen Porsche 911 T vor Pierre Maublanc auf BMW 2002 und Jean-Luc Thérier auf Renault-Gordini. Guy Verrier auf Alfa GTA wurde Fünfter und Claudine Trautmann brachte den Lancia Fulvia HF auf Platz zehn. Helmut Bein wurde Elfter und Günther Irmscher kam mit dem NSU TT als Fünfzehnter ins Ziel. Die Klasse der GT-Wagen bis 1000 ccm gewann der Böblinger Karl-Heinz Panowitz auf NSU Wankel Spider.
1968 Andruet / Todt - Alpine A110 1440
1968 Chasseuil / Syda - Porsche 911 T
1968 Thérier / Coolen - Renault R8 Gordini 1968 Claudine Trautmann - Lancia Fulvia HF 1968 Larrousse / Callewaert - Alpine A110 1440
1968 Guy Verrier und François Murac im Alfa Romeo GTA
Ergebnisse Rallye Solitude-Charbonnières 1968
P Nr Fahrer / Beifahrer Wohnort Fahrzeug
Gesamtwertung
1 147 Andruet, Jean-Claude / Todt, Jean F Alpine-Renault A 110 1440
2 136 Chasseuil, Guy / Syda, Jean-Claude F Porsche 911 T
3 148 Maublanc, Pierre / Roussin, Michel F BMW 2002
4 11 Thérier, Jean-Luc / Coolen, Jacky F Renault R8 Gordini
5 Greder, Henri / Beaumont, Marie Claude F Opel Rallye Kadett 1.9
6 Charriere, Roland / Castel, Yannick F Renault R8 Gordini
7 Verrier, Guy / Murac, François F Alfa Romeo GTA
8 Henri, Jacques / Hanzer, Roland F Alpine-Renault A 110 1300
9 DeBoissieu, Armand / Iltis, Gerard F BMW 1800 TI
10 Trautmann, Claudine / Derolland, Ginette F Lancia Fulvia HF
11 Bein, Helmut / Mehmel, Hans Christoph D BMW 1600 TI
12 Springer, Joachim / Pfnier, Kurt D BMW 1600 TI
13 Reichel Klaus / Schons, Günter D BMW 2000 TI
14 Benoit, Georges / Pignard, Michel F BMW 1600 TI
15 Irmscher, Günther / Maier D NSU TT
ausgefallen: Larousse - Alpine, Rüfenacht-Porsche, Schligler-Porsche, Klocke-Porsche, Schuller-BMW
10. Rallye Lyon-Charbonnières-Stuttgart-Solitude
14.-16. März 1969
22e Rallye Lyon-Charbonnières / 18. Rallye Solitude
Solitude-Rundkurs: 7 Runden, davon 6 gewertet; schnellster auf der Solitude: Chasseuil(Porsche) vor Glemser(Ford Capri) und Vinatier (Alpine 1440); Larrousse platzte auf der Solitude der Motor seines 911R; Austausch in 30 Minuten
Für 1969 wurde der ex-Porsche-Werksfahrer Jochen Neerpasch als Leiter der
Gérard Larrousse
Rennabteilung von Ford Deutschland verpflichtet. Seine erste Amtshandlung war, den neuen Ford Capri wettbewerbs-tauglich zu machen. So entstand eine Rallye-Version des
Ginette Derolland
2,3-Liter-Coupés, die, dank dreier Zenith-Doppelvergaser, auf 170 PS und eine Höchsgeschwindigkeit von 210 km/h kam. Türen und Motor-haube waren aus Aluminium, die Scheiben aus Plexiglas, so dass der Wagen gerade einmal 880 kg wog. Zwei Werkswagen mit den Fahrern Dieter Glemser und Jean-François Piot wurden erstmals im Wettbewerb eingesetzt bei der Rallye Lyon-Charbonnières - Stuttgart-Solitude. Und unter großem Medieninteresse feierte der später so erfolgreiche Ford Capri bei den 7 Runden auf der Solitude sein Debut. Die Konkurrenz war allerdings beachtlich. Alpine schickte zwei Werks-Prototypen mit 1440 ccm - Motoren für Jean Vinatier und Vorjahres-
sieger Jean-Claude Andruet. In der gleichen Klasse traten zwei Porsche 911 R mit Gerard Larrousse und Christian
Dieter Glemser
Poirot sowie Dieter Lambart mit einem Opel GT 1900 an. Auch die Serien-GT-Wagen hatten noch Siegchancen. Claude Ballot-Lena auf Porsche 911T und Jean-Pierre Nicolas auf Alpine A 110 traten hier besonders in Erscheinung. Bei den Gruppe 5 - Spezialtourenwagen zogen Gert Raschig auf Opel Commodore, Helmut Bein auf BMW Alpina und Bernard Darniche auf NSU TT die Aufmerksamkeit auf sich und bei den Serien-Tourenwagen kämpfte Henri Greder auf einem schweren 6,5-Liter Chevrolet Camaro gegen den handlichen Renault 8 Gordini des letztjährigen Shooting-Stars Jean-Luc Thérier. Die Streckenführung war gegenüber dem Vorjahr unverändert und das naßkalte Wetter kam den Alpine zugute. Glemser konnte die großen Erwartungen nicht ganz erfüllen und landete auf Platz vier. Sieger wurden Vinatier/Callewaert auf Alpine A 110. Jean Vinatier feierte damit schon seinen zweiten Gesamtsieg bei dieser Rallye.
1969 Streckenführung
1969 Glemser / Kaiser - Fprd Capri
1969 Debütanten: Ford Capri 2300 und Porsche 911 R
1969 Greder / Stalpaert - Chevrolet Camaro SS
1969 Simca 1200 S und Simca 1200 XC
Ergebnisse Rallye Solitude-Charbonnières 1969
P Nr Fahrer / Beifahrer Wohnort Fahrzeug
Gesamtwertung
1 Vinatier, Jean / Callewaert, Marcel F Alpine-Renault A 110
2 Chasseuil, Guy / Baron, Christian F Porsche 911 T
3 Andruet, Jean-Claude / Ecot, Patrice F Alpine-Renault A 110
4 Glemser, Dieter / Kaiser, Klaus D Ford Capri 2300
5 Nicolas, Jean-Pierre / Roure, Claude F Alpine-Renault A 110
6 Henry, Jacques / Stalder, François F Alpine-Renault A 110
7 Piot, Jean- François / Todt, Jean F Ford Capri 2300
8 Poirot, Christian / Vautrin, Bernard F Porsche 911 R
9 Greder, Henri / Stalpaert Etienne F Chevrolet Camaro
10 Buffum, John / Behr, Stephen USA Porsche 911 T
11 Benoit, Georges / Dreyfus, Daniel F BMW 1600 TI
12 Reichel, Klaus / Knollmann, Joachim D BMW 2002 Alpina
13 Thérier, Jean-Luc / Coolen, Maurice F Renault R8 Gordini
14 Labaune, Noël / Boissy, Robert F Alfa Romeo GTA
15 Nguyen, René / Bongiorno, Joseph F BMC Mini Cooper
16 Beaumont, Marie-C. / Grandrive, Martine F Opel Commodore GS
17 Beal, Pierre / Beal, Agnes F Renault R8 Gordini
18 "Riton" / Perrier, Elisabeth F Porsche 911 S
19 "Heller" / Landure, Yves F BMW 2002
20 Müller, Hans / Paul, Friedrich D Opel Commodore GS
22 Falkenberg, Axel / Zitzen, Dieter D BMW 1600 TI
27 Waldner, Kurt / Illig, Jürgen D Opel Rallye Kadett
30 Lambart, Dieter / Zink, Wolf-Rüdiger D Opel Rallye Kadett
32 Weber, Heinz / Gottschick, Günther D NSU 1000 TTS
34 Günther, Klaus / Seeger, Peter D NSU 1000 TTS
a Fiorentino, Bernard / Berbezy, Lucien F Simca 1200 XC
a Larrousse, Gerard / Derolland, Ginette F Porsche 911 R
1969 Gesamtsieger: Jean Vinatier / Marcel Callewaert - Alpine-Renault A110
11. Rallye Lyon-Charbonnières-Stuttgart-Solitude
3.-6. März 1970
23e Rallye Lyon-Charbonnières / 19. Rallye Solitude
Lauf zur Rallye-Europameisterschaft
Die Solitude-Charbonnières zählte 1970 wieder zur Europameisterschaft der Fahrer, ebenso zur Deutschen Rallyemeisterschaft und zur Österreichischen Rallyemeisterschaft. Die Gesamtlänge betrug jetzt 1830 km. Auf dem Solitudering waren gleich nach dem Start 6 Runden zu absolvieren. Insgesamt gab es 14 Sonderprüfungen über 200 km Länge.130 Nennungen gingen bei den Veranstaltern ein, 115 davon sind gestartet und 38 in Wertung angekommen. Favorit Gérard Larrousse hatte wie im Vorjahr Pech und fiel mit seinem Werks-Porsche 911 mit Pleuelschaden aus. Ein junger Deutscher, namens Achim Warm- bold debütierte auf dem Steinmetz-Opel Rallye Kadett 1,9 und holte gleich den Klassensieg, ebenso wie fünf weitere deutsche Fahrer in ihren Klassen. Die Gesamtwertung beendete Warmbold als Vierter und damit bester Deutscher. Weitere neue 1,9-Liter Rallye Kadett wurden gefahren von Marie-Claude Beaumont und Jean Ragnotti, die beide unter die ersten zehn kamen. Die Alpine-Renault erwiesen sich einmal mehr als Anwärter auf den Gesamtsieg. Nur die Porsche 911 konnten einigermaßen mithalten, insbesondere der
Andruet - Stone
Werkswagen von Gérard Larousse, aber auch Chasseuil, Labaune und Ballo-Lena. So sah das Jahr 1970 Jean-Claude Andruet zum zweiten Mal als Sieger der Lyon- Charbonnières-Stuttgart-Solitude. Sein britischer Beifahrer David Stone hatte ebenfalls bereits einmal 1967 mit Vic Elford gewonnen. Die Alpine-Renault fuhren jetzt mit 1600 ccm Motoren, die zirka 140 PS abgaben - nicht gerade üppig, aber ausreichend um die leichten Flundern mit dem überragenden Handling auf den engen französischen Gebirgsstraßen unschlagbar werden zu lassen. Nur das schweizer Talent Claude Haldi konnte seinen Porsche zwischen die Alpine-Stars Andruet und Henry schieben. Als Neuling im Alpine-Team debütierte Bernard Darniche, der auf Platz 11 durchs Ziel fuhr.
1970 Andruet / Stone - Alpine A110
1970 Henry / Stalder - Alpine A110
1970 Warmbold / Biebinger - Opel Rallye Kadett
1970 Pöltinger / Stepany - Porsche 911 S
Ergebnisse Rallye Solitude-Charbonnières 1970
P Nr Fahrer / Beifahrer Wohnort Fahrzeug
Gesamtwertung
1 Andruet, Jean-Claude / Stone, David F/GB Alpine-Renault A 110 1600
2 Haldi, Claude / Chapuis, Eric CH Porsche 911 S
3 Henry, Jacques / Stalder, François F Alpine-Renault A 110 1600
4 Warmbold, Achim / Biebinger, Wulf D Opel Rallye Kadett 1900
5 Bein, Helmut / Mehmel, Hans-Christof D BMW 2002 ti Alpina
6 Charriere, Roland / Castel, Yannick F Alpine-Renault A 110 1600
7 Ragnotti, Jean / Thimonnier, Pierre F Opel Rallye Kadett 1900
8 Palayer, Bernard / Denis, Sylvie F BMW 2002 ti
9 Dirand, Aimé / Vautrin, Bernard F BMW 2002 ti
10 Beaumont, Marie-Claude / Grandrive, M. F Opel Rallye Kadett 1900
11 Darniche, Bernard / Demange, Bernard F Alpine-Renault A 110 1600
12 Kleint, Herbert / Klapproth, Günther D Ford Escort GT
13 Labaune, Noël / Boissy, Robert F Porsche 911 S
14 Weber, Heinz / Gottschick, Günter D NSU TTS
15 Eymann, Dieter / Fuchs, Heidi D BMW 1600-2
16 Waldner, Kurt / Illig, Jürgen D Opel Rallye Kadett
17 Utz, Heide / Hirschau, Karin D BMW 2002 ti
18 Oehm, Erhard / Berger, Jochen D Opel Kadett 1100
19 Dehnelt, Hubert / Dietrich, Wolfgang A BMW 2002 ti
20 Grüner, Berthold / Löwenhard, Jens D Porsche 911 S Gr.4
1970 Opel GT 1900 von Marie-Claude Beaumont und Martine de la Grandrive
12. Rallye Lyon-Charbonnières-Stuttgart-Solitude
5.-7. März 1971
24e Rallye Lyon-Charbonnières / 20. Rallye Solitude
1.Etappe: WP Solitude-Ring WP Freiburg/Friedrichshof WP Bitschwiller WP St.-Hippolyte WP La-Croix-du-Bar
2.Etappe: WP Veniper WP Chambéry WP St.-Jean-en-Royans WP St.-Nazaire-le-Désert WP Le Moulinon-Antraïgues WP St.-Bonnet-le-Froid
Die Solitude-Charbonnières ging jetzt schon in ihr elftes Jahr und noch immer war die Solitude-Rennstrecke der Ausgangspunkt dieser Rallye. Selbstverständlich zählte sie
Walter Röhrl
daher auch regelmäßig zur Deutschen Rallye Meisterschaft und so kamen alljährlich die besten deutschen Rallyefahrer auf die Solitude. Langsam vollzog sich in dieser Szene ein Generationenwechsel. Der letzte deutsche Rallye-Europameister Eugen Böhringer hatte sich schon 1966 zurückgezogen und Dieter Glemser konzentrierte sich mehr und mehr auf Rundstreckenrennen. Aber durch das Engagement von BMW, Opel und Ford kamen neue Talente wie Rainer Zweibäumer, Reinhard Hainbach und vor allem Achim Warmbold zum Zug, die zum Teil 1971 erstmals auch bei der Solitude-Charbonnières zu sehen waren. Ein Teilnehmer dieser Rallye fand damals noch wenig Beachtung. Er fuhr in diesem Jahr für Kleint Racing Hamburg einen Serien-Ford Capri 2600 GT, nachdem er im Jahr zuvor durch sensationelle Zeiten bei der Bavaria-Rallye glänzte und schneller fuhr als Lancia-Werks- fahrer Sandro Munari. Dieser junge Ausweisfahrer aus Regensburg hieß - Walter Röhrl. Später wurde er zweimal Weltmeister und kam zu
insgesamt vier Monte Carlo Siegen. Das gleiche Auto wie Röhrl fuhr übrigens Thierry Sabine, der später die berühmte Rallye Paris-Dakar ins Leben rief. Und noch ein späterer
Jean-Pierre Nicolas
Monte Carlo - Sieger ging erneut an den Start auf der Solitude: Jean Ragnotti fuhr wie im Vorjahr einen Opel Rallye Kadett. Favoriten waren wieder die Alpine A 110 Berlinette, inzwischen mit 1,8-Liter-Motoren ausgerüstet. Jean-Claude Andruet und der im letzten Jahr debütierende Jean-Pierre Nicolas fuhren die beiden Werkswagen. Gérard Larrousse war zu Matra-Simca gewechselt, die den neuen Prototypen Simca CG einsetzten, der jedoch nicht überzeugen konnte. Dieter Glemser brachte einen 180 PS Gruppe 5 Ford Escort BDA an den Start und Guy Chasseuil den 2-Liter Alfa Romeo GTAm, der im letzten Jahr die Tourenwagen- Europameisterschaft gewann. Der junge Achim Warmbold fuhr einen Werks-BMW-Alpina 2002 TI. Doch es lief wie in allen Jahren zuvor. Auf der Solitude hatten die PS-starken Boliden noch Vorteile, danach übernahmen die Alpine die Führung. Durch den Ausfall von Andruet kam der junge Jean-Pierre Nicolas zum Gesamtsieg.
1971 Andruet - Alpine A110 1971 Nicolas - Alpine A110 1971 Henry - Alpine A110
1971 Chasseuil / Baron - Alfa Romeo GTAm
1971 Fiorentino - Larrrousse - Simca-CG Prototyp
1971 Maublanc - BMW 2002 TI 1971 Greder - Opel Commodore GS 1971 Glemser - Ford Escort BDA
1971 Gudladt / Schümmelfelder - Porsche 914
1971 Röhrl / Marecek - Ford Capri 2600
Ergebnisse Rallye Solitude-Charbonnières 1971
P Nr Fahrer / Beifahrer Wohnort Fahrzeug
Gesamtwertung
1 10 Nicolas, Jean-Pierre / Vial, Michel F Alpine-Renault A 110 1800
2 56 Piot, Jean-François / Porter, Jim F / GB Ford Escort BDA
3 61 Glemser, Dieter / Kaiser, Klaus D Ford Escort BDA
4 45 Chasseuil, Guy / Baron, Christian F Alfa Romeo 2000 GTAm
5 19 Henry, Jacques / Grobot, Bernard F Alpine-Renault A 110 1600
6 46 Ragnotti, Jean / Thimonier, Pierre F Opel Rallye Kadett
7 49 Hainbach, Reinhard / Biebinger, Wulf D Opel Rallye Kadett
8 48 Warmbold, Achim / Mehmel, Hans-Chr. D BMW Alpina 2002 TI
9 18 Pignard, Michel / Giganot, Christine F Alpine-Renault A 110 1600
10 116 Maublanc, Pierre / Dreyfus, Daniel F BMW 2002 TI
11 101 Greder, Henri /Fouquet,Marie-Madeleine F Opel Commodore GSE
12 62 Zweibäumer, Rainer / Dörfler, Joachim D BMW 1600/2
13 102 Raschig, Gert / Linzen, Peter D BMW 2800
14 129 Knollmann, Joachim / Gransow, Hans D Opel Rallye Kadett
15 28 Labaune, Noël / Mounier, Alain F Porsche 911 S
16 106 Röhrl, Walter / Marecek, Herbert D Ford Capri 2600 GT
17 130 Gaupp, Friedhelm / Fuchs, Ulrich D Opel Rallye Kadett
18 120 Mayr, Gerhard / Giesser, Peter D BMW 2002 TI
19 22 Thourot, Dany / Thourot, Bernard F Alpine-Renault A 110 1600 S
20 93 Kühlewein, Günter / Wössner, Rolf D Autobianchi A 112
21 94 Günther, Klaus / Graf, Peter D NSU TTS
22 123 Höhing, Wolfgang / Wetzel, Siegfried D BMW 2002 TI
23 119 Dr. Oehm, Erhard / Kilian, Heinz D Opel Kadett C
24 104 Fuchs, Heidi / Dr. Eymann D Ford Capri 2600 GT
25 136 Hilger, Wilhelm / Grimm, Ingo D BMW 1600 TI
26 12 Gudladt, Manfred / Schümmelfelder, Mikko D Porsche 914
27 31 Trautmann, Claudine / Desvignes F Alpine-Renault A110 1600 S
28 21 Palayer, Marie-Pierre / "Biche" F Alpine-Renault A110 1600 S
29 137 Druba, Wolfgang / Schuster, Günter D BMW 1600 TI
30 124 Wattendorf, Udo / Berg, Edgar D BMW 2002 TI
13. Rallye Lyon-Charbonnières-Stuttgart-Solitude
9.-12. März 1972
25e Rallye Lyon-Charbonnières / 21. Rallye Solitude
1.Etappe: WP Solitude-Ring WP Freiburg/Friedrichshof WP Bitschwiller WP St.-Hippolyte WP La-Croix-du-Bar
2.Etappe: WP Veniper WP Chambéry WP St.-Jean-en-Royans WP St.-Nazaire-le-Désert WP Le Moulinon-Antraïgues WP St.-Bonnet-le-Froid
Den letzten Durchgang der sogenannten Rallye Lyon-Charbonnières - Stuttgart-Solitude gab es 1972. Aber mit der Solitude hatte dies nur noch wenig zu tun, denn die traditionelle Prüfung auf dem Solitude-Ring wurde nicht mehr ausgeführt. Lediglich der Start fand noch im Mahdental statt. Danach ging es direkt nach Hockenheim, wo die Ersatzprüfung auf dem kleinen Kurs des Motodroms abgehalten wurde. Ohne die Solitude-Prüfung hatte aber der Name der Rallye seine Berechtigung verloren und die Teilnehmer waren es leid, nur für Hockenheim hunderte Kilometer auf der Autobahn im von der Deutschen Polizei kontrol- lierten Schleichtempo absolvieren zu müssen. So war dies die letzte Ausgabe der Deutsch-Französischen Gemeinschaftsveranstaltung. Noch einmal aber versammelten sich die Teilnehmer am Glemseck im Stuttgarter Wildpark, um Papier- und Fahrzeugab- nahme hinter sich zu bringen. Darunter waren die brandneuen 1,8-Liter Prototypen von Alpine, neu in der Gruppe 1 homologierte Alfa Romeo GTV sowie bärenstarke Ford Capris mit 3-Liter-Motoren. Auch ein BMW 3,0 CS Coupé wurde gesichtet, gefahren von Gert Raschig. Die Alpine-Werkspiloten Jean-Claude Andruet und Bernard Darniche setzten sich von den Konkurrenten sofort ab. Der Gordini-Motor der Berlinette A110 hatte jetzt über 1,8 Liter Hubraum und leistete zirka 180 PS bei einem Fahrzeuggewicht von gerade mal 700 kg. Dem hatten die anderen Teilnehmer nichts entgegenzusetzen, nicht einmal die Gruppe 4- Porsche 911 S. Lediglich die Ford-Werksfahrer Jean-François Piot und Guy Chasseuil konnten ihre 3-Liter-Capri einige Male nahe an die Führenden heran bringen. Die Über- raschung war allerdings Gérard Larrousse mit dem serienmäßigen Alfa Romeo 2000 GTV.
Dieser leistete nur etwa 130 PS, konnte sich aber kontinuierlich nach vorne arbeiten. Am Ende fand er sich hinter den beiden Alpine-Prototypen auf einem
Bernard Darniche
sensationallen dritten Platz, noch vor den Gruppe 4 - Porsches und Capris. Einmal mehr, jetzt zum dritten und letzten Mal, gewann Jean-Claude Andruet diese Rallye mit dem geschichtsträchtigen Namen. Darniche wurde Zweiter. So ging das Kapitel Solitude-Rallye unspektakulär zu Ende. Viele Fahrer weinten dem Rundkurs keine Tränen nach, weil sie sich dadurch das Wechseln der Achsübersetzungen ersparen konnten. Allerdings hatte das Koeffizientensystem für alle Klassen dort immer für gleiche Siegchancen gesorgt, was dem Großteil der Fahrer zu Gute kam. Doch diese Zeit schien jetzt endgültig vorbei. Schon in Hockenheim zählte jede Zeitsekunde als Strafpunkt - generell für alle, ohne Ansehen von Hubraum und Kategorie. Dies führte in der Folge zu einer Verarmung der Hubraumklassen, da die großen Automobilwerke sich vorwiegend um die Homologation von gesamtsiegfähigen Modellen kümmerten. Das breite Spektrum an seriennahen Automobilen, wie man es während der Solitude-Rallyes beobachten konnte, mußte einem Feld von Spezialfahrzeugen weichen. Alpine machte mit seinen Prototypen den Anfang, wurde aber schon 1974 vom noch spezielleren Lancia Stratos abgelöst.
1972 schloss Bernard Darniche zur Spitzengruppe der Alpine-Werksfahrer auf
1972 Eymann / Fuchs - BMW 2002 TI 1972 Larrousse / Dreyfus - Alfa Romeo 2000 GTV 1972 Ragnotti / Jaubert - Opel GT 1900
Ergebnisse Rallye Solitude-Charbonnières 1972
P Nr Fahrer / Beifahrer Wohnort Fahrzeug
Gesamtwertung
1 Andruet, Jean-Claude / Petit, Michèle F Alpine-Renault A 110 - 1850
2 Darniche, Bernard / Mahé, Alain F Alpine-Renault A 110 - 1850
3 Larrousse, Gérard / Dreyfus, Daniel F Alfa Romeo 2000 GTV
4 Piot, Jean-François / Todt, Jean F Ford Capri 3000
5 Miersch, Klaus / Loewenhardt, Jens D Opel Ascona
6 Beaumont, Marie-Claude / Pignard-G. F Opel Ascona
7 Sabine, Thierry / Huret, Willy F Porsche 911 S
8 Grünsteidl, Herbert / Hopf, Georg A BMW 2002
9 Behret, Gerd / Pitz, Willipeter D Porsche 911 S
10 Ragnotti, Jean / Jaubert, Jacques F Opel GT 1900
s. auch Teil 1:
Geschichte der Rallye Solitude 1953-1960
Recherche & Text: © Bernd Schüppel
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