Club-Veranstaltung 24. November 2012 Club event
Rot gegen Silber
Hans Herrmann über "Mille Miglia – Leidenschaft und Rivalität"
Hans Herrmann on "Mille Miglia - passion and rivalry"
Veranstaltung des Solitude Revival e.V.
im Mercedes-Benz Museum
Club event of Solitude Revival e.V.
at the Mercedes-Benz Museum
Wenn man Hans Herrmann, den mit Stirling Moss letzten noch lebenden Rennfahrer der legendären Mercedes-Benz Rennabteilung der fünfziger Jahre, gewinnen kann, eine Sonderausstellung zum Thema "Mille Miglia – Leidenschaft und Rivalität" zu kommentieren, gibt es für Kenner kein Vertun: da muss man einfach hin!. Dementsprechend war der Andrang groß, als SR-Vorstand Nico Siebert seine Einladung zu einer Veranstaltung des Solitude Revival e.V. verschickte, und zwar so groß, dass über 100 Absagen ausgesprochen werden mussten.
When you can win over Hans Herrmann, who next Stirling Moss is still the last living racing driver of the Mercedes-Benz racing department of the fifties, to comment a special exhibit on the subject of "Mille Miglia - passion and rivalry" there would be no better opportunity: this is the place to be! Accordingly there was a large crowd for the tickets when SR board member Nico Siebert sent the invitations for this Solitude Revival club event namely leaving disregarded over 100 applies.
Das Mercedes-Benz Museum läßt nämlich nur Gruppen bis maximal 60 Personen in den Tempel automobiler Baukultur, was auch vernünftig ist, wenn jeder Besucher etwas zu sehen und zu hören bekommen möchte. Den glücklichen Auserwählten sah man jedenfalls an, dass dies ein ganz besonderes Erlebnis für sie war.
That is to say the Mercedes-Benz Museum lets visitors get into this temple of automobile construction art in groups only to a maximum of 60 persons what is even reasonable when everbody wants it pleasing to the eyes and the ears. In the faces of the lucky selected few by all means could be seen that this was a very special experience.
Raum Collection 5 Mercedes-Benz Museum - Sonderausstellung "Mille Miglia - Leidenschaft und Rivalität"
Die Sonderausstellung "Mille Miglia – Leidenschaft und Rivalität" im Mercedes-Benz Museum ist ein Gemeinschaftswerk der Daimler AG und des Museo Mille Miglia in Brescia. Dies äußert sich insbesondere darin, dass nicht nur Mercedes-Rennwagen sondern auch Exponate anderer Traditionsmarken zu sehen sind, die beim legendären Straßenrennen durch ganz Italien einstmals eine herausragende Rolle spielten. Die Rivalität konzentrierte
Mille Miglia 1952
sich seit 1927, als das erste Tausend-Meilen-Rennen non-stop von Brescia nach Rom und wieder zurück ausgetragen wurde, immer wieder auf das Duell Italien gegen Deutschland. Die Italiener betrachteten das Rennen als ihre Domäne und siegten anfangs mit Alfa Romeo und OM nach Belieben. Als Rudolf Caracciola 1931 mit dem 7-Liter Mercedes SSK diese Vorherrschaft erstmals aufbrechen konnte, sannen die Italiener auf Revanche und behaupteten sich tatsächlich bis 1938 mit sieben Alfa Romeo - Gesamtsiegen in Folge. BMW setzte den nächsten Stachel in den italienischen Nationalstolz mit einem Sieg im wegen des Krieges verkürzten Rennen 1940. Nach dem Krieg war den Deutschen zunächst jede Teilnahme an internationalen Rennen verboten. Bei Mercedes wurden aber schon Pläne für eine Rückkehr in den Rennsport geschmiedet. Im Jahr 1952 war es dann soweit: mit dem neuen 300 SL mischte man die Mille Miglia erneut auf und belegte Platz zwei und vier. Allerdings hatte man jetzt mit neuen Konkurrenten in der Farbe rot zu kämpfen: Ferrari und Lancia. Enzo Ferrari und Vittorio Jano, beide für die Alfa-Vorkriegserfolge verantwortlich, stellten Rennfahrzeuge auf die Beine, gegen die jenseits der Alpen kein Kraut gewachsen schien. Aber im Jahr 1955 kam der Großangriff aus Deutschland. Mit vier Werkswagen vom Typ 300 SLR, gefahren von Fangio, Kling, Moss und dem jungen Stuttgarter Hans Herrmann trat die Mercedes-Benz Rennabteilung gegen eine Streitmacht von Ferrari und Maserati an. Haarsträubende Geschwindigkeiten wurden auf den zum Teil nur spärlich abgesperrten italienischen Landstraßen erreicht und die Silberpfeile waren alle vorne mit dabei. Einer der Schnellsten war Hans Herrmann, bis an seinem SLR der Tankdeckel absprang und sich Benzin über die Besatzung ergoss. Herrmann bekommt einen Schwall in die Augen, sieht nichts mehr und streift eine Felswand. Das war das Aus. Auch Fangio und Kling haben Probleme, aber ganz vorne liegt der junge Brite Stirling Moss und fährt in Rekordzeit einem glanzvollen Sieg entgegen, der in der Mercedes-Rennhistorie bis heute nachwirkt.
The special exhibit "Mille Miglia - passion and rivalry" at the Stuttgart Mercedes-Benz Museum is a joint venture of Daimler AG and the Museo Mille Miglia in Brescia. This conveys by the fact that there can be seen not only Mercedes racing cars but also exhibits of other traditional brands, which loomed largely by then in the legendary road race all over Italy. Since 1927 when the first thousand miles race non-stop from Brescia to Rome and back
Mille Miglia 1955
again had been staged, the rivalry repeatedly concentrated on the duel Italy versus Germany. The Italians considered the race as their own domain and actually dominated as desired by wins of O.N. and Alfa Romeo. When in 1931 Rudolf Caracciola on the 7 litre Mercedes SSK could break this supremacy for the first time the Italians were out for revenge and actually had been holding steady until 1938 by seven Alfa Romeo overall wins in a row. BMW set the next sting into Italian national pride by winning the on account of the war shortened race in 1940. After the war the Germans firstly were banned from attending international races. However at Mercedes they already forged out plans for a return into motor racing. Eventually in 1952 the time had come: with the new 300 SL they again stirred up the Mille Miglia by finishing second and fourth overall. Indeed they now faced new red painted competitors to battle with: Ferrari and Lancia. Enzo Ferrari and Vittorio Jano, both of them responsible for the pre-war Alfa successes, mounted racing cars against which over the Alpes they seemed to have no cure for. But in 1955 came the large-scale attack from Germany. Entering four works cars named 300 SLR, driven by Fangio, Kling, Moss and the young Stuttgart born Hans Herrmann, Mercedes-Benz racing department ran against an army of Ferraris and Maseratis. Hair-raising speeds had been achieved on the Italian country roads scarcely cordoned off to some extent with all of the German Silver Arrows close to the lead. One of the fastest was Hans Herrmann, until the filler cap of his SLR flew off and fuel gushed over the crew. Herrmann got a flush in his eyes, didn't see anything and the car crashed into a wall of rock. This was the end. Both Fangio and Kling had problems too, but straight in the lead was the young Briton Stirling Moss by setting a new record time driving to a splendid victory which has been effecting in the Mercedes racing history until today.
Bei Hans Herrmanns Schilderung dieser Episoden waren die Gäste des Solitude Revival e.V. ganz ergriffen. Man konnte sie spüren, die Leidenschaft, mit der damals gekämpft wurde. Und ringsum konnte man die Original-Ikonen von damals im Raum Collection 5 auf sich wirken lassen: aus dem Jahr 1931 Mercedes-Benz SSK, Alfa Romeo 6C 1750 GS und OM 655 Superba, aus dem Jahr 1952 Ferrari 225 S, Mercedes-Benz 300 SL und Lancia Aurelia B20 sowie aus dem Jahr 1955 Mercedes-Benz 300 SLR, Ferrari 750 Monza Scaglietti und Maserati A6 GCS. Eine tolle Idee, diese Ausstellung, die Mercedes-Benz Classic Chef Michael Bock mit Rennlegende Hans Herrmann und Attilio Camozzi vom Museo Mille Miglia in Brescia am 10. Oktober 2012 in Stuttgart eröffnete und die noch bis 6. Januar 2013 zu sehen ist.
During Hans Herrmann's narrative of these episodes the Solitude Revival club's guests were quite moved. One could positively feel this passion they battled with by then. And all around those original icons you could open yourself to in room Collection 5: from 1931 Mercedes-Benz SSK, Alfa Romeo 6C 1750 GS and OM 655 Superba, from 1952 Ferrari 225 S, Mercedes-Benz 300 SL and Lancia Aurelia B20 as wellm as from 1955 Mercedes-Benz 300 SLR, Ferrari 750 Monza Scaglietti and Maserati A6 GCS. A peach of an idea, this exhibition which was opened by Mercedes-Benz Classic head Michael Bock next to racing legend Hans Herrmann and Attilio Camozzi of the Brescia Museo Mille Miglia on October 10th 2012 in Stuttgart, being continued until 6th January 2013.
SR-Organisator Nico Siebert fragte Hans Herrmann natürlich auch nach seinen Bindungen zur Solitude-Rennstrecke. Ja, seine Mercedes-Karriere begann in der Tat auf dem Naturrundkurs zwischen Leonberg und Stuttgart. Für den 12. Oktober 1953 erhielt er vom damaligen Chef der Rennabteilung, Alfred Neubauer, eine Einladung zu Probefahrten, für die der Rundkurs von ein paar Dutzend Polizisten - heute unvorstellbar - extra abgesperrt wurde. Zwei weiter entwickelte 300 SL Einspritzer standen zur Verfügung. Kling, Lang, Rieß und Uhlenhaut hießen die Fahrer, mit denen sich Herrmann messen sollte. Am Ende des Tages schrieb Neubauer in sein Notizbuch: " Überraschend war die Fahrleistung von Hans Herrmann, der als einziger die 5-Minuten-Marke unterschritt und einen inoffiziellen Rundenrekord aufstellte." Das war Herrmanns Eintrittskarte als Mercedes-Werksfahrer.
Hans Herrmann schaffte es sogar, zu erwirken, dass er neben seinen Werkseinsätzen für Mercedes, auch nebenbei Langstreckenrennen für Porsche fahren durfte. Die Bindungen zu beiden Traditionsmarken sind heute noch so fest wie damals.
Of course, SR organiser Nico Siebert asked Hans Herrmann also about his bonds to the Solitude race track. Yes indeed, it was actually there on the natural circuit between Leonberg and Stuttgart where his Mercedes career started all over. From the head of the racing department at the time, Alfred Neubauer, he got an invitation for the 12th of October 1953 to perform test laps on the circuit which was especially cordoned by some dozens of policemen - nowadays unthinkable. Two further developed 300 SL injection types has been made available. Kling, Lang, Rieß and Uhlenhaut were the other drivers Hans Herrmann should compete with. At the end of the day Neubauer wrote to his notebook: "Surprising was the performance of Hans Herrmann who was the only one to clock under 5 minutes a lap and hereby setting a new inofficial lap record." This was Herrmann's ticket to the Mercedes works team. Hans Herrmann even managed to be allowed besides his Mercedes works entries driving also in the Porsche works team for long distance races. His ties to both of the traditional brands still are as solid as they were by then.
Nico Siebert - Frank Knothe - Hans Herrmann
Als Überraschungsgast präsentierte Nico Siebert den Mercedes-Entwicklungsingenieur Frank Knothe, der noch mit dem damaligen Renningenieur und späteren PKW-Entwicklungschef Rudolf Uhlenhaut zusammenarbeitete. Von ihm lernte er das grundlegende Verständnis für die SL-Typen und begleitete sie anschließend über vier Fahrzeug-Generationen bis hin zu SLK und SLR. Leidenschaft spricht aus allen seinen Worten und nicht nur aus ihnen: in seiner Garage stehen ein R107 300 SL und ein Austin-Healey 100/6 BN6.
As surprise guest Nico Siebert presented the Mercedes development engineer Frank Knothe who still had worked together with former racing engineer and later road car development engineer Rudolf Uhlenhaut. It was from him he learned the basic understandings of the SL types later on supervising them over four car generations up to SLK and SLR. Passion is spoken out of all of his words and not only by words: he keeps in his garage both an R107 300 SL and an Austin-Healey 100/6 BN6.
Designtempel Mercedes-Benz-Museum: Architektur und Rennsporttechnik
Übrigens: das Mercedes-Benz Classic Magazin (Nr. 03 2012) feierte kürzlich 60 Jahre Mercedes-Benz 300 SL mit einem Bericht über Hans Herrmann, der den Urtyp 300 SL Rennsport-Flügeltürer noch einmal über die Solitude-Rennstrecke fahren durfte:
By the way: the Mercedes-Benz Classic Magazin (Nr. 03 2012) recently celebrated 60 years of Mercedes.Benz 300 SL featuring a report on Hans Herrmann who was enabled to drive once more the 1952 original type 300 SL Rennsport over the Solitude race track.
Mercedes-Benz Classic Magazin
Solitude Revival e.V. - von Enthusiasten - für Enthusiasten
zurück zu SR Clubnews
back to SR club news
   
top  TOP